Jerusalem-Frage

Jerusalem – Die rechtmäßige Hauptstadt Israels

Von gefährlichen politischen Winkelzügen, käuflichen Wissenschaftlern und einem Europa in Ketten

Dr. Angelika D. Seibel

In Anbetracht der historischen Quellenlage muss es als unbestreitbar gelten, dass Jerusalem die rechtmäßige Hauptstadt Israels ist.

Seit der Eroberung durch König David etwa im Jahre 1000 vor Christi Geburt wird die Stadt im Alten Testament als Thron Gottes genannt, als das Heilige Jerusalem, angestammte Heimat und Sehnsuchtsort der immer wieder vertriebenen Israeliten. Dort stehen, wie es in den Psalmen heißt, die Richterthrone des Hauses David. Dorthin streben die Stämme Israels „nach der Weisung des Herrn, dem Namen des Herrn zu lobsingen.“ Die folgenden Zeilen aus dem Propheten Joel lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:

Joel, 4, 16-17

16 Der HERR brüllt vom Zion her, aus Jerusalem lässt er seine Stimme erschallen, sodass Himmel und Erde erbeben. Doch für sein Volk ist der HERR eine Zuflucht, er ist eine Burg für Israels Söhne. 

17 Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR, euer Gott, bin und dass ich auf dem Zion wohne, meinem heiligen Berg. Jerusalem wird heilig sein, Fremde werden nie mehr hindurchziehen.

19 Ägypten wird zur Wüste, Edom wird zur verödeten Steppe, wegen der Gewalttat an den Kindern Judas, in deren Land sie unschuldiges Blut vergossen [1].

Vers 19 ist eine unmissverständliche Warnung an all jene, die das Blut der Juden in deren eigenem Lande (und nicht nur dort) vergießen.

Jerusalem ist damit weit mehr als ein rein geopolitisch definiertes Areal. Die heilige Stadt Sion oder Zion, wie sie auch genannt wird, ist seit Jahrtausenden das mystische und spirituelle Zentrum des Judentums, Stätte der Hingabe des auserwählten Volkes an seinen Gott. Als solche wird sie auch von den Christen verehrt. Das irdische Jerusalem ist für beide Religionen ein Abbild des himmlischen Paradieses, das dem populär-islamischen mit seinen Huris diametral entgegengesetzt ist.

Der Islam jedoch, der im frühen siebten Jahrhundert nach Christi Geburt von Mohammed in Arabien gegründet wurde, schuf erst durch die Eroberung Jerusalems einen Bezug zu der Stadt. Er ist weder dort noch in der Umgebung verwurzelt.

Vor diesem Hintergrund leuchtet ein, dass es sogar weitaus unproblematischer wäre, Berlin oder Brüssel dem Islamischen Staat zu schenken, etwas, was den meisten von uns wahrscheinlich vollkommen undenkbar erschiene. Wer den Juden Jerusalem nehmen will, sollte sich aber genau darüber Gedanken machen. Immerhin haben die beiden europäischen Machtzentren keine Tradition, die über mehrere tausend Jahre mit unserer Religion und Kultur verbunden ist wie Jerusalem mit dem Schicksal des Volkes Israel. Berlin und Brüssel waren und sind vorübergehende Zentren mehr oder weniger berechtigter politischer Systeme – sonst nichts. Sie sind damit genau genommen sogar entbehrlich. Jerusalem ist es nicht.

Es mag dahingestellt sein, ob Trumps Entscheidung in einer Zeit wie dieser, in der sich islamistische Wirrköpfe zunehmend breitmachen, taktisch klug war. Unbestritten ist, dass sie den Antisemitismus fördert und die Juden wieder einmal in das Zentrum einer gefährlichen Aufmerksamkeit stellt. Der Fehler war, den Islamismus in der Vergangenheit erstarken zu lassen und immer wieder Wasser auf seine Mühlen zu tragen, wie es auch jetzt wieder geschieht.

Die schroffe Zurückweisung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sowohl in Paris als auch Brüssel stellt das gesamte Judentum bloß und demütigt es vor der ganzen Weltöffentlichkeit. Juden – so viel dürften auch die begriffsstutzigsten Islamisten begreifen – werden von den westlichen Ländern nicht mehr geschützt. Sie scheinen zur Verfolgung freigegeben zu sein.

Da hilft auch nicht das weinerliche Beteuern von Verantwortung gegenüber Israel in deutschen Medien, wenn vom „Land des Holocaust“ die Rede ist. Selbst wenn die „deutsche Regierung“ (wer auch immer dies zum gegenwärtigen Zeitpunkt sein sollte) willens wäre, dem sich auf deutschen Straßen austobenden islamischen Antisemitismus Einhalt zu gebieten – sie wäre dazu nicht imstande.

Zum einen gibt es keine handlungsfähige deutsche Regierung, sondern nur ein paar prestigesüchtige Politiker, die sich wie kleine Kinder benehmen, die im Sandkasten nicht miteinander spielen wollen.

Zum anderen verfügt der Islam bereits über eine derartige Meinungsmacht in Deutschland, die er notfalls mit Anschlägen durchsetzt, dass sich jeder Politiker in Acht nehmen wird, ein unvorsichtiges Wort zu äußern. Und schließlich gibt es genug Deutsche, die sich allein wegen des Antisemitismus dem Islam durchaus verbunden fühlen.

Die westliche und vor allem deutsche Politik macht mit dem Islamismus wieder einmal gemeinsame Sache – wie schon anlässlich des Genozids an den Armeniern 1915-1917 durch die Türken und des Holocausts des Dritten Reiches, als man mit dem Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, kooperierte, der sich ein judenfreies, rein arabisches Palästina wünschte. Vieles deutet darauf hin, dass wir nun die moderne Fortsetzung dieser Politik sehen.

Ich habe selbst erlebt, wie und warum Muslime Deutschland bewundern: es ist das Land Adolf Hitlers (der ja eigentlich Österreicher war, aber was tut das schon zur Sache?), das Land der Konzentrationslager, das Land des Holocaust. Einziger Schwachpunkt in muslimischen Augen: Deutschland hat es nicht geschafft, „ganze Arbeit“ zu leisten…

Richtig, es war nicht Frau Merkel, die mit Netanjahu das ganze Judentum abblitzen ließ. Es war der junge, smarte Präsident Frankreichs Emmanuel Macron (der ausgerechnet den Namen Emmanuels, des Messias trägt, der Israel befreien soll). Es war in Brüssel die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, die mit Netanjahu dem ganzen Judentum eine freundlich lächelnde Abfuhr erteilte.

Richtig, es war nicht Angela Merkel. Es war nicht Deutschland. Nichtsdestoweniger sagte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel ein Treffen mit Netanjahu aus privaten Gründen wegen einer angeblichen Erkrankung im familiären Umfeld kurzfristig ab. Die Ausrede ist so plump, dass es auffällt – und wohl auch auffallen soll. Pflichtschuldigst beeilen sich EU-Diplomaten zu versichern, Netanjahu habe seinen Kontakt zum litauischen Außenminister genutzt, um sich selbst einzuladen. All sei dies noch nicht genug, spricht man eine hastige Einladung an Palästinenser-Präsident Mahmut Abbas für Januar aus. Der Kniefall ist unübersehbar. War es wirklich nur Netanjahu, der sowohl in Paris als auch Brüssel unerwünscht war? Oder ist es das gesamte Judentum?

Es war nicht Deutschland? Sagte Macron nicht selbst, er sehe sich an der Seite Deutschlands, um eine neue EU zu schaffen? Hatte ausgerechnet die rechtslastige Front-National-Chefin Marine Le Pen etwa doch recht, als sie meinte, er sei der Befehlsempfänger der deutschen Kanzlerin?

Macron sieht Deutschland und Frankreich im Schulterschluss an der Spitze der Europäischen Union. Damit wäre faktisch Deutschland, das Land des Holocaust, der Anführer Europas. An seiner Seite: antisemitische und antichristliche fundamentalistische „Islamisten“. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen stellt sich mir allerdings die Frage, ob ich der Gesellschaft nicht den ebenso schönen wie falschen Trost verweigern muss, es handle sich ja nur um ein paar Islamisten, ein paar Verrückte, Irregeleitete. Ich habe es selbst mehrfach erlebt, wie sich sogar gebildete Muslime dem exakt gleichen blutrünstigen Antisemitismus hingeben, der so viele ungebildete kennzeichnet. Bereitet sich Deutschland auf den dritten Genozid, einen erneuten Holocaust vor?

Die Wahrheit ist jedoch auch: Der Westen ist starr vor Angst. Wenn er Jerusalem dem Staat Israel als Hauptstadt zugesteht, haben wir den Dritten Weltkrieg in Vollendung. Dann steht zu befürchten, so wird uns zumindest suggeriert, dass alle bisherigen Anschläge ein Spaziergang waren. Durch innere Wirren und Zerfallserscheinungen ist er so geschwächt, dass er keine Chance hat, religiös und in gewissem Sinne auch moralisch hochgerüsteten Gotteskriegern entgegenzutreten. Der Teufelspakt vergangener Zeiten haftet ihm an wie Pech. Die Geister, die er rief, wird er nicht mehr los. Sie fordern seine Seele – und Menschenopfer. Gemeinsam begangene Verbrechen verpflichten über Jahrhunderte. Noch einmal: man hätte dem Islamismus sehr viel früher die Grenzen aufzeigen müssen. Vor allem hätte man nie mit ihm kooperieren dürfen. Es ist das Erbe der Nazis, das uns hier auf den Kopf fällt.

Gerade in diesen Tagen gedenken wir der unermesslichen Blutschuld Deutschlands. Es ist furchtbar, einem Volk anzugehören, das den Fluch einer solchen Vergangenheit mit sich herumschleppt. Doch wenn absehbar ist, dass die Vergangenheit zur Zukunft wird, ist es unerträglich.

Muss man dann auch noch feststellen, wie Teile der Intelligenzija zu diesem menschenverachtenden Treiben auch noch die Munition liefern, kann man nicht umhin, tiefste Abscheu zu empfinden. So wird in den Medien ein gewisser Jürgen Zangenberg, Professor für Geschichte und Kultur des antiken Judentums und Christentums an der Universität Leiden, folgendermaßen zitiert[2]:

„Selbst unter israelischen Forschern sei umstritten, ob David der König eines Reiches mit Tempeln und Palästen war oder als Clanchef über ein paar Lehmhütten herrschte. Außerdem habe es vor 3000 Jahren gar kein jüdisches Volk im heutigen Sinn gegeben. Richtig sei dagegen, dass Jerusalem ein „spiritueller Ort“ sei, der den „Kern der Identität“ des Judentums ausmache – und das tatsächlich seit 3000 Jahren. Eine Hauptstadt im politischen Sinn sei Jerusalem aber die meiste Zeit nicht gewesen. „Hier geht es um plakative Ansprüche“, sagt Zangenberg, „historische Bezüge spielen da keine große Rolle“.

Es ist unvorstellbar, zu welch geistigen Armutsleistungen sich Intellektuelle herablassen, um sich (wieder einmal) politischen Machthabern anzudienen. Zangenberg merkt nicht einmal, dass er sich selbst widerspricht: wie kann Jerusalem seit 3000 Jahren den „Kern der Identität“ des Judentums ausmachen, wenn es vor 3000 Jahren überhaupt noch kein Judentum im eigentlichen Sinne gab (wobei noch die Frage zu stellen wäre, in welchem Sinne „im eigentlichen Sinne“ eigentlich sein sollte?).

Was die Paläste betrifft: sie werden durchgängig in den Psalmen erwähnt (z. B. in dem David zugeschriebenen Psalm 122). Spätestens der unter Davids Sohn König Salomo errichtete Erste Tempel dürfte auch Zangenbergs Ansprüche an architektonische Entfaltung befriedigt haben.

Ein weiterer Kritikpunkt: wenn es für das Judentum nur um „plakative Ansprüche“ ohne belastbare historische Basis geht, wie ist dann eigentlich die Position einer Religion einzuschätzen, die erst 1600 Jahre später entstand und nicht einmal annähernd vergleichbare spirituelle Bezüge zu Jerusalem aufweisen kann?

Wie ist diese menschenverachtende politische Vorgehensweise zu begründen? Sind wir nicht mehr frei in unseren Entscheidungen? Unterliegen wir bereits so weit den Drohungen unserer muslimischen „Freunde“, dass wir uns nicht mehr zu rühren wagen? So wie wir uns nur noch mit Angst auf unsere Straßen und Weihnachtsmärkte trauen, haben wir auch keinen Mut mehr, die Wahrheit zu bekennen? Ziehen wir es wirklich vor, von neuem in Holocaust-Denkschemata zu verfallen? Liegt Europa in den Ketten einer neuen und dabei ewiggestrigen Ideologie?

Als Wissenschaftlerin, Christin, Deutsche, Europäerin und nicht zuletzt Weltbürgerin verweigere ich mich dieser kollektiven Gefangennahme.

Ich bin nicht bereit, zukünftige Blutschuld auf mich zu nehmen (so wie ich an vergangener aufgrund meiner Familiengeschichte Gott sei Dank keinen Anteil habe), die mir von Lügnern, Versagern und skrupellosen Menschenschlächtern aufgezwungen werden soll. Im Namen der freien Gewissensentscheidung und wissenschaftlicher Wahrheit lege ich stolz das Bekenntnis ab, dass meine Solidarität dem Volk Israel gilt. Mag es auch sündigen wie jedes andere Volk, wie alle Menschen auf dieser Welt – es ist und bleibt das auserwählte Volk, zu dem Gott gesprochen hat.

Mit Jerusalem als rechtmäßiger Hauptstadt.

 


[1] https://www.bibleserver.com/text/EU/Joel4

[2] Zitat nach Spiegel-Online, abgerufen am 12.12.2017. http://www.spiegel.de/politik/ausland/jerusalem-eu-aussenminister-lassen-benjamin-netanyahu-abblitzen-a-1182784.html. „EU lässt Netanyahu abblitzen“.

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