Antisemitismus

“UNSERE ÄLTEREN BRÜDER” – EIN OFFENES WORT ZU ANTISEMITISMUS UND ZIONISMUS

 

Bedingt durch die Krise in der Ukraine und das skandalöse Verhalten des Westens unter Führung der USA drängt sie wieder mit voller Gewalt an die Oberfläche: die antisemitische Propaganda. Selbst ansonsten brave Christen leihen den falschen Propheten bereitwillig ihr Ohr und übersehen dabei geflissentlich, dass es den Hetzern um alles andere als den Schutz des Christentums geht.

Die Juden sind, wie es das ansonsten nicht sehr positiv zu bewertende Zweite Vatikanische Konzil ausnahmsweise richtig festgehalten hat, “unsere älteren Brüder”. Jesus, seine Verwandten und die ersten Christen waren Juden. Das Judentum ist der “alte Bund” zwischen Gott und den Menschen, der das Versprechen des Messias und den von ihm zu begründenden Neuen Bund beinhaltet. Daher sind Antichristentum und Antisemitismus auf das engste miteinander verwoben. Juden und Christen sitzen, ob es beiden passt oder nicht, in demselben Boot. Wer die Juden verfolgt, wird auch bald die Christen verfolgen und umgekehrt. Denn um die Erinnerung an diesen Bund zwischen Gott und den Menschen auszulöschen und damit die Erinnerung an Gott selbst, muss man auch die Erinnerung an das Versprechen tilgen.

In diesem Zusammenhang erinnere ich an die Verfolgung der Juden unter Hitler, der gleichzeitig die Christen verfolgte, die nicht bereit waren, sich seinem “deutsch-nationalen” Christentum zu beugen. Jedem historisch auch nur halbwegs gebildeten Menschen sollte das Priester-Konzentrationslager Dachau ein Begriff sein. Die Kirche hat im Vorfeld des Dritten Reiches intensiv vor den Gefahren gewarnt. Und wer sich dafür interessiert, wie vielen Juden Papst Pius XII entgegen der vom KGB gesteuerten Hetze das Leben gerettet hat, sollte sich das Buch des Juden Pinchas Lapide vornehmen: “Rom und die Juden: Papst Pius XII und die Judenverfolgung“ (3. Auflage 2005).
In erschreckendem Maße kommt der gegenwärtige Antisemitismus gerade aus Kreisen, die Präsident Wladimir Putin unterstützen, da Amerika unter der Obama-Administration ein ausgesprochen menschenverachtendes Verhalten an den Tag legt. Die USA gelten als traditionelle Heimat des Zionismus, wobei großzügig übersehen wird, dass auch der sowjetische Kommunismus zumindest zeitweise “zionistisch” geprägt war. Hinzu kommt die Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas, in der Israel von den Medien zunehmend als bösartiger Aggressor und die Hamas ebenso wie der Islam insgesamt als unschuldiges Opfer dargestellt werden.
Indem sich der Antisemitismus nun als Antizionismus bezeichnet, wird psychologisch geschickt von seinem eigentlich niedrigen Charakter abgelenkt. Muss sich doch der gepflegte Antizionist unserer Tage nicht mehr vorhalten lassen, er sei ein brauner Antisemit, und so wird der schlimmste Abschaum salonfähig.

Da sagt ein User in einem FB-Forum:“Über 13 millionen Juden gibts auf der Welt in USA und Kanada leben 6 Mio davon !!!“ Und ein anderer antwortet ihm: „Wie kann eine Minderheit nur soviel Macht und Einfluss haben!!!!“
Eine Frau meint: „Nur, wir hier können für unser Land dafür Sorge tragen, dass die hier keinen Einfluss mehr bekommen und nicht für die ganzen anderen Staaten/Länder.“ Die Antwort ist klar: Entmachtung. Und Ausmerzung. Holocaust.

Ich frage Sie alle, liebe Leser: Glauben Sie wirklich, dass das Mütterchen um die Ecke eine „Zionistin“ ist? Wollen Sie wirklich 13 Millionen unschuldiger Menschen abschlachten? Inwieweit sind Sie besser als diejenigen, die Sie angreifen?

Es steht völlig außer Frage, dass es in jedem Volk, in jeder Religion, in jeder Partei gute und schlechte Menschen gibt, die auch durchaus bereit sind, für Macht alles zu tun. Dies rechtfertigt NIEMALS eine Verallgemeinerung und schon gar nicht einen Massenmord.
Das Argument des Zionismus wird lediglich vorgeschoben, um genau dies zu entschuldigen: die Mordlust des Mobs. Gegenwärtig erwächst uns eine echte Gefahr aus dem Islamismus, dessen Ziel es ist, die „Ungläubigen“ und jene, die er dafür hält, zu Dimmis (Sklaven) zu machen. Wir sollten an der Seite Israels dafür kämpfen, dass wir nicht von ihnen unterjocht werden. Das, was unsere Politiker tun, geht jedoch in genau die entgegensetzte Richtung. Da dürfen islamistische Hetzer einen Polizeiwagen nutzen, um ihre antisemitischen Parolen zu grölen. Dies bedeutet, dass die Hetzer von deutschen Staatsorganen unterstützt werden! So etwas ist nicht hinnehmbar!

Es gibt keine fehlerlosen Menschen. Man darf auch Kritik üben. Aber hasserfüllte Hetze mit Billigung eines daraus sich ergebenden Massenmordes disqualifiziert sich selbst. Kein Mensch hat es verdient, für die Fehler seiner Regierung zu sterben. Sonst wären die Deutschen, die Amerikaner, die Russen und alle Völker, die eine bedeutendere Rolle in der Welt spielen, als erste dran – und mit gleichem Recht!

In Abwandlung des Bibelwortes will ich Ihnen allen vor Augen halten, was ein erneuter Holocaust für uns alle bedeuten würde: das Blut des Volkes Israel wird über uns alle und unsere Kinder kommen. Ist das nicht schon einmal geschehen? Leiden wir nicht jetzt schon genug unter dem Fluch des Holocaust, der das deutsche Gewissen bis ins Unerträgliche belastet? Ob wir es wollen oder nicht: wir alle sind Opfer dieses nationalen Blutrausches. Ob unsere Eltern und Großeltern beteiligt waren oder nicht, ob wir damals gelebt haben oder nicht. Es ist ein Fluch, der auf unserem Volk liegt. Es ist Blutschuld, die sich vererbt und deren Heilung lange braucht. Die Stimme des Gewissens wird nicht schweigen, wenn wir es mit erneuter Blutschuld belasten.

Das Volk Israel ist und bleibt das auserwählte Volk Gottes, dem er sich als erstem geoffenbart und das er mit besonderen Talenten ausgestattet hat. Ein Volk, das wie alle Auserwählten immer wieder an sich selbst leiden musste.

Wer auch immer versucht, dieses Volk zu töten, reißt seine eigenen Wurzeln aus.

http://www.amazon.de/Rom-die-Juden-Papst-Judenverfolgung/dp/3873362414

22.07.2014

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