Bischöfe: Bischofskonferenz

Unerträglicher Zynismus der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema Missbrauch

Jeder ist sich bekanntlich selbst der Nächste – dies gilt besonders für die Deutsche Bischofskonferenz. Die ist spätestens seit dem von ihr subventionierten Buch von Stefan Heid zum Zölibat in der frühen Kirche dafür bekannt, pseudowissenschaftliche Arbeiten in Auftrag zu geben, bei denen von vornherein das Ergebnis feststeht.

So hat man denn wieder einmal angeblich unbefangenen Wissenschaftlern eine Untersuchung zu einem wichtigen Thema anvertraut: Wie kommt es zum Missbrauch von Kindern durch Priester? Eine solche Untersuchung kann lohnend sein, sofern man denn die Wahrheit überhaupt wissen will. Aber Interesse an oder gar Liebe zur Wahrheit zählt nicht unbedingt zu den hervorstechendsten Charaktereigenschaften unserer Bischöfe. Was dabei herauskam, hat der Spiegel erläutert:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/sexueller-missbrauch-in-kirche-bischofskonferenz-stellt-studie-vor-a-871614.html

Besonders „schön“ finde ich folgende Passagen:

Vereinfacht gesagt kommt die Metaanalyse zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der übergriffigen Geistlichen nicht psychisch krank ist. Das mag auf den ersten Blick für die Kirche ein erfreuliches Ergebnis sein, bescheinigt es ihr doch eine solide Auswahl ihrer Priesteramtsanwärter.

Quod erat demonstrandum! Was zu beweisen war!

Wie auch in anderen Ländern sind die Opfer häufiger männlich als weiblich. Die Verfasser führen dies darauf zurück, dass es in den achtziger Jahren kaum Messdienerinnen gab – die Priester also schlicht weniger Zugang zu Mädchen hatten. Der Kontakt zu den späteren Opfern entstand ganz überwiegend im Rahmen der Gemeindearbeit.

Und da soll´s keine Mädchen gegeben haben? In den 80er Jahren? Das ist doch Unsinn! Wenn in erster Linie Jungen betroffen waren, dann bedeutet das, dass in erster Linie Jungen gefragt waren. Mit anderen Worten: eine homosexuell geprägte Pädo- oder Ephebophilie. Warum gibt man das nicht ganz einfach zu? Ganz einfach: weil es Homosexualität in der katholischen Kirche nicht zu geben hat. Basta.

Die Mehrheit der Männer, die sich wegen Missbrauchs verantworten mussten, hatten keine sogenannte sexuelle Präferenzstörung.Gutachter Leygraf spricht von einem „normalpsychologischen Bereich“, es gibt bei den Männern keine auffällige Psychopathologie.

Ach ja? Die waren ganz normal? Das heißt also, sie wollten eigentlich Frauen haben? Warum zieht man dann nicht die Konsequenzen und stellt den Zölibat frei?

Verbleiben sexuell übergriffige Geistliche innerhalb ihrer Kirche, dann verfügen sie über ein soziales Kontroll- und Unterstützungsnetzwerk, welches unter rückfallpräventiven Gesichtspunkten als protektiver Faktor angesehen werden kann.

Und warum hat das „Kontroll- und Unterstützungsnetzwerk“ dann jahrzehntelang nicht funktioniert? Davon abgesehen: So kann man blanken Zynismus in pseudowissenschaftliche Worte fassen. Wieder gilt: QED: Was zu beweisen war. Das ist nichts anderes als eine bequeme Ausrede für schlichtes Wegschauen. Man hat folglich all die Jahrzehnte alles richtig gemacht. Das ist DBK live.

Der Spiegel bemerkt zu recht: „Für die Opfer dürfte das schwer nachvollziehbar sein.“

Meine Herren Bischöfe, können Sie sich nicht endlich einmal der Realität stellen? Denn mit Ihren pseudowissenschaftlichen Auftragsarbeiten machen Sie sich allmählich lächerlich!

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