Bischöfe: Fröhliche Untergangsstimmung

„Religion stößt zunehmend auf Ablehnung“ – Oder: „Hurra, wir gehen unter!“

Ich zitiere den Beitrag hier, weil es mir auf den Titel ankommt, der die gegenwärtige Situation auf den Punkt bringt. In der Tat geht es hier nicht nur um das Thema der Religionsfreiheit, sondern um sehr viel mehr: um ein ganzes Bündel von Problemen.

Wie hieß die Begründung für die Zusammenlegung von Gemeinden? „Die Leute fahren ja auch zum Supermarkt.“ Die Menschen verachten die Kirche, weil die sich selbst nicht mehr achtet. „Mit Gurkenglas und Malerpinsel“ (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.weilheim-beerdigung-mit-pinsel-und-gurkenglas.393d0b89-64cf-4e6e-b533-b6c6a6bc3ec8.html) tragen wir unsere eigene Kirche zu Grabe. Der Supermarkt wird dichtgemacht…

Dummheit, Menschenverachtung und Arroganz der kirchlichen Führung beginnen sich bitter zu rächen. Fast möchte man sagen „Gott sei Dank“. Aber leider sitzen wir alle in demselben Boot. Ein Boot, das dabei ist unterzugehen. Gott scheint zu schlafen, wie Jesus während des Sturmes auf dem See Genezareth. Und keiner bringt es über sich zu rufen: „Herr rette uns, wir gehen zugrunde.“ Warum? Weil wir in unserem tiefsten Inneren fühlen, dass dieser Untergang das Beste wäre. Weil wir unsere eigene Kirche hassen. Weil diese unsere „heilige Mutter Kirche“ nichts mehr an sich hat, das liebenswert wäre. Das Werk Christi ist eine schmutzige, abgegriffene Handelsware geworden in den Händen machtgieriger Funktionäre.

Diese seltsame Lust der Christen am Untergang ist nichts anderes als die ins kollektive Unterbewusstsein verdrängte Gewissheit, dass auf Schuld Sühne folgen müsse: das Gefühl des Ekels vor der kollektiven Schuld ruft das Bedürfnis nach kollektiver Sühne und damit Reinigung hervor. Dieses dumpfe Empfinden hat mit objektiver Schuld des Individuums nichts zu tun. Jeder spürt, dass etwas nicht stimmt. Und das genügt, um dem Niedergang gleichgültig bis positiv gegenüberzustehen. Die typische Gemengelage dekadenter Gesellschaften.