Bischöfe: Weltbild-Skandal

Ein Käfig voller (skrupelloser) Narren? – Wie die deutschen Porno-Bischöfe die Kirche zugrunderichten

KURZÜBERSICHT: BISCHÖFE VERTREIBEN NICHT NUR, SONDERN PRODUZIEREN PORNOGRAPHIE – VIELSAGENDE STELLUNGNAHMEN – WAS STECKT WIRKLICH HINTER DEM SKANDAL? – DIE DUNKLE MACHT IM HINTERGRUND: WIEDER EINMAL DIE JESUITEN – DIE SELTSAME GESTALT DES P. HANS LANGENDÖRFER – SEX, GELD UND VERKOMMENE “WÜRDEN“TRÄGER: DAS ALTE PROBLEM DER KIRCHE – DIE BISCHÖFE ERLEDIGEN DIE ARBEIT DER CHRISTENVERFOLGER – DAS GELD IST WICHTIGER ALS DIE MENSCHEN – JUDAS, EIN DIEB UND VERRÄTER: DIE BISCHÖFE MISSBRAUCHEN DIE KIRCHE

Es hat keinen Sinn, um die Realität herumzureden: die Art und Weise, wie sich die Amtskirche wieder einmal der internationalen Öffentlichkeit präsentiert, ist zutiefst widerwärtig und verabscheuungswürdig. Wieder einmal fragen wir uns, ob das, was sich als Deutsche Bischofskonferenz bezeichnet, nicht ein Augiasstall ist, der mit einer großen Mistgabel von all dem gesäubert werden müsste, was da seit Jahrzehnten vor sich hinstinkt: Dummheit, Verlogenheit, Heuchelei, Habgier, Geilheit, Käuflichkeit, Machtsucht und was da sonst noch unter die Hauptsünden fällt.

Denn wieder einmal handelt es sich um Sex und Lügen – und eine Menge Geld. Während die Kirchenvertreter mit heuchlerischen Worten die Würde des Menschen und speziell der Frau verkünden, von christlichen Werten schwärmen und verheiratete Priester exkommunizieren, die aufopferungsvoll den Unterhalt ihrer Familie zu sichern versuchen, füllen sie sich die Kassen durch den Verkauf pornographischer Scharfmacherliteratur, die in erster Linie die Frau zum allzeit verfügbaren Lustobjekt erniedrigt und besonders in der Sparte der Sado-Maso-Techniken damit letzten Endes Anregungen für Sexualverbrechen liefert. Drücken wir es ganz klar aus: die Bischöfe leben davon, dass die Gläubigen es möglichst lasterhaft treiben. Die von ihnen selbst heuchlerisch beschworene Keuschheit wäre für diese “Herren” geschäftsschädigend.

Die Autorin dieses Beitrags hat die in den Medien vorgelegten Behauptungen überprüft – durch “Feldforschung” auf der Homepage von Weltbild. Es ist schon bemerkenswert, was man da zu sehen bekommt. Ergebnis: Die in der Presse zitierten Titel waren noch die harmlosesten. Ein Einkauf bei Weltbild sollte jedenfalls den frommen Katholiken die Schamröte mindestens ebenso ins Gesicht treiben wie dem Kunden eines Beate-Uhse-Ladens.

Der Suchbegriff “Erotische Romane” ergibt sage und schreibe 959 Treffer, buchreport.de kam sogar auf rund 2500 einschlägige Artikel. Hier findet der brünstige Hirsch wirklich alles, was er braucht. Selbst Hörbücher sind vertreten. Nachfolgend einige Titel als Kostproben, zu beziehen über den “edlen” Kirchenverlag Weltbild:

– Zu Weihnachten, mit eindeutiger Abbildung: “Süßer die Glocken…” (“Glocken” hier in der erotischen Bedeutung von “Hoden”).
– “Mach mich gierig!”
– “Mach mich geil!”
– “Mach mich scharf!”
– “Nimm mich!”
– “Wir, intim” (mit pornographischer Abbildung auf dem Cover eines mit dem Beischlaf beschäftigten Paares)
– “Lustschmerz – Erotischer SM-Roman” (Sado-Maso)
– “Befreie mich! Versklave mich! – Erotischer SM-Roman” (Sado-Maso)

Eines steht fest: 959 oder gar 2500 Titel können kein Versehen sein. Das hier ist gewollt. Aber es kommt noch besser. Über den Weltbild-Verlag, der sich zu 100 Prozent in Händen der Kirche befindet, sind die Bischöfe zu 50 Prozent an dem Verlag Droemer/Knaur beteiligt. Und damit ist die Kirche direkt in die Produktion von Pornographie involviert. Man möge sich dies auf der Zunge zergehen lassen: die Bischöfe produzieren Pornographie!

Worauf müssen wir uns als nächstes einstellen? Darauf, dass die Bischofskonferenz ein Bordell betreibt, in dem ein als Transvestit agierender Jesuit die Puffmutter spielt?

PERVERTIERTER SEELSORGEAUFTRAG

Einmal ganz abgesehen von der für viele Kleriker so typischen Verlogenheit besteht das eigentliche Problem darin, dass die Geistlichen ihren Seelsorgeauftrag pervertieren und die Menschen in die Kloake führen, in der sie sich selbst offenkundig suhlen. Denn das, womit die Bischöfe ihr Geld verdienen, ist, brutal ausgerückt, “bumsen, rammeln, ficken, vögeln”. Es passt ideal zu der Kinderschänder-Mentalität, ideal zu dem vor Jahren im Bistum Trier öffentlich angedachten Plan, die Priesteramtsanwärter erst einmal ins Bordell zu schicken, damit sie sähen, worauf sie durch das Zölibatsgelübde verzichten würden.

VIELSAGENDE STELLUNGNAHMEN

Gekrönt wird das Ganze jedoch von der Tatsache, dass den Bischöfen jegliches Unrechtsbewusstsein zu fehlen scheint. Geradezu pikiert klingen die Presseverlautbarungen der Deutschen Bischofskonferenz, wobei die zweite vom 22.11.2011 mit einem deutlichen Seitenhieb auf jene schließt, die es gewagt haben, die Mißstände anzuprangern: “Die deutschen Bischöfe, die der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands angehören, bedauern die verzerrende und unangemessene Weise der publizistischen Auseinandersetzung mit den anstehenden Fragen namentlich in Medien, die der Kirche nahestehen.“ Dabei „vergessen“ die Herren zu erwähnen, dass sie bereits seit Jahren mit der gebotenen Diskretion auf den bestehenden Handlungsbedarf hingewiesen wurden. Erst als keine Reaktion erfolgte, sah man sich genötigt, die seltsamen Verdienstquellen der Bischöfe in der Öffentlichkeit zu diskutieren.

In der ersten Stellungnahme vom 20. November treten sich die Bischöfe buchstäblich selbst ins verlängerte Rückgrat. Unwillkürlich fragt sich der Leser, wie man nur so dumm sein könne. Indes dürfte es sich eher um eine bemerkenswerte Dreistigkeit handeln:

„Die Verlagsgruppe Weltbild ist das größte Buchhandelsunternehmen Deutschlands und steht deshalb in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung. Ihr Sortiment erfährt eine ständige Prüfung hinsichtlich der Wertbindungen der kirchlichen Gesellschafter. In diesem Sinn befasst sich der Aufsichtsrat auch regelmäßig mit dem Angebot der elektronischen Vertriebswege. Die Geschäftsführung wurde angehalten, ihrer Verantwortung in diesem Bereich konsequent zu entsprechen.“

Mit anderen Worten: wenn eine „ständige Prüfung hinsichtlich der Wertbindungen“ stattgefunden hat, dann wussten die Bischöfe über das Sortiment Bescheid – und sie haben es befürwortet.

WAS STECKT WIRKLICH HINTER DEM SKANDAL?

Besorgte Katholiken fragen sich: Was ist nur mit unserer Kirche los? Oder: Ist dies überhaupt noch “unsere Kirche”?

Es gibt Leute, die behaupten, die Bischöfe wüssten sehr genau, was sie tun. Eben nicht nur ums Geld gehe es, sondern – um die Zerstörung der Kirche. Und die “Herren” im Ornat seien keine überzeugten Priester, sondern “Freimaurer” , die die Kirche unterlaufen hätten, um sie von innen heraus zu zerstören. Vielleicht sind das alles ja nur Verschwörungstheorien. Aber vielleicht ist auch etwas dran …

Zunächst einmal: Klerikale Geldsucht, Machtgier und gesteigertes sexuelles Interesse sind Konstanten in der Kirche, die besonders durch den Zölibat abnorm gesteigert wurden. Denn durch das Verbot von Liebe und erfüllter Sexualität entstand ein Vakuum, das kompensiert werden musste. Und Geld, Macht und Sex sind nun einmal weniger abstrakt als Gott. Vor allem aber sorgte das Gesetz dafür, dass vielerorts Männer vom Priesterberuf angezogen wurden, die mit Liebe ohnehin nicht viel anfangen konnten, sondern eher zu den drei Konstanten neigten.

Und diese Männer erwiesen sich als die idealen Ansprechpartner für Leute mit Einfluss, die für ein “gewisses Entgegenkommen” eine sorglose Karriere versprachen.

Spätestens seit 1903, als das Veto des österreichischen Kaisers die Papstwahl des Kardinals Mariano Rampolla verhinderte, der nachweislich Mitglied einer der aggressivsten sexualmagischen Logen war, weiß die Kirche, dass sie mit Unterwanderung rechnen muss.

DIE DUNKLE MACHT IM HINTERGRUND: WIEDER EINMAL DIE JESUITEN – DIE SELTSAME ROLLE DES P. HANS LANGENDÖRFER

In dem Aufsichtsrat, der sich „auch regelmäßig mit dem Angebot der elektronischen Vertriebswege“ befasst, sitzt der Jesuit Hans Langendörfer, und damit ein Vertreter jenes Ordens, der aufgrund seiner ausgedehnten kinderschänderischen Aktivitäten vor einiger Zeit im Rampenlicht stand. Wo es um Sex geht, so scheint es, dürfen die Jesuiten nicht fehlen. Und sie fallen immer auf die Füße, ganz gleich, welche Untaten sie begehen. So bleibt denn auch Langendörfer vom obligatorischen Köpferollen auf wundersame Weise ausgenommen.

Überhaupt kommt dem Jesuiten offenbar eine seltsame Schlüsselrolle in diesem schmutzigen Spiel zu. Denn Langendörfer, soviel ist klar, ist nicht der Typ, der eigene, neue Wege geht. “Loyalität hält er noch immer nicht für ein Unwort, Verschwiegenheit nach wie vor für eine Tugend“, ist in seinem FAZ- Porträt zu lesen (22.09.2011).
Langendörfer ist der typische Beamte, immer im Hintergrund, immer in der Nähe der Macht, immer loyal, biegsam, flexibel. Einer, auf den sich die, die das Sagen haben, verlassen können. Mit einem Wort: der typische Jesuit. Dieser Mann handelte jedenfalls nicht auf eigene Faust, als er im Weltbild-Aufsichtsrat das problematische Sortiment absegnete. Es klingt dabei wie ein Witz, dass der Jesuit, der den Porno-Skandal maßgeblich mitzuverantworten hat, ausgerechnet Moraltheologe ist. Das erinnert an einen Anwalt, der sich auf Strafrecht spezialisiert hat, und bald darauf die Gelder seiner Mandanten veruntreut. Es erweist sich eben stets als vorteilhaft, die Gesetze zu kennen, die man mit List und Tücke brechen wird …

Eine besondere Rolle scheinen wieder einmal die Jesuiten zu spielen – die “Gesellschaft Jesu”, wie sich dieser Orden, der der Kirche im Laufe seiner Geschichte mehr geschadet als genützt hat, vermessen bezeichnet. Wäre er eine Firma, so würde man ihn mittlerweile als zutiefst unseriös einstufen, sorgt er doch zuverlässig immer wieder dafür, dass die Kirche mit heruntergelassenen Hosen vor der Weltöffentlichkeit steht.

Erinnern wir uns: auch damals war es ein Jesuit, der die kirchlichen Kinderschänderskandale ins Rollen brachte und mit heuchlerischer Zerknirschtheit ein “Mea culpa” hervorpresste. Wobei sich ausgerechnet die Jesuiten als der sexuell aktivste Orden präsentierten und so eine Art Vorreiterfunktion des Kindesmissbrauchs einnahmen. Und pünktlich zum Kirchentag 2010 machte der Jesuitenobere Klaus Mertes Schlagzeilen, als er die faktische Freigabe der Homosexualität für Klerus und Ordensleute anregte. Dies, nachdem ein ehemaliger Schüler des Aloisius-Kollegs berichtet hatte, wie halbwüchsige Jungs nach dem Duschen schaumbedeckt durch den Garten getrieben worden seien, damit ein lüsterner Pater hübsche Photos von ihnen schießen konnte.

Es war ausgerechnet der Jesuitenorden, jener Eliteclub der kirchlichen Intelligenzija, ebenso bewundert wie gefürchtet und mehrmals verboten aufgrund der geradezu genialen Falschheit seiner Mitglieder, die immer dort zu finden waren, wo es um Macht und Einfluss ging. Jesuiten kannten sich aus in den geheimen Wissenschaften, sie wussten, wie man Menschen beeinflusst und ihre Psyche so steuert, dass sie es selbst nicht merken. Selbst den Päpsten war dieser Orden unheimlich. Ihre Mentalität war der der Freimaurerei so nahe, dass man sie vielleicht nicht ganz zu Unrecht eines gewissen Distanzmangels verdächtigte. Es war eben ihr unverhohlenes Machtinteresse, dass die selbsternannte Gesellschaft Jesu in Teufels Küche brachte, sie korrumpierte und verdarb.

Da passt auch die Karriere Langendörfers ins Bild, der sich zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundeskanzleramt bewährte und sich dort offenkundig als so zuverlässig erwies, dass man ihn mit Größerem betrauen konnte. Nur zwei Jahre vor dem Skandal, also im Jahre 2008, wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für „sein jahrzehntelanges Wirken in Kirche und Politik“ ausgezeichnet: “Als vorbildlicher Priester, Ordensmann und Seelsorger nimmt er sich voller Verständnis der Nöte der Menschen an.“

Die Autorin dieses Beitrags kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass es mit dem Interesse des Herrn Langendörfer an den Nöten der Menschen nicht allzu weit her sein kann. Denn als sich bei ihren wissenschaftlich fundierten Forschungen herausstellte, dass die kirchliche Begründung des Zölibats, der seit seinem Bestehen für zahllose Tragödien gesorgt hat einschließlich inquisitorischer Verfolgung der Betroffenen seitens der Kirche, auf gefälschten Quellen beruht und zu einem gewaltigen Knall für die Kirche führen könnte, bat sie im Vorfeld der Versammlung der Bischöfe, auf der dieses Thema diskutiert werden sollte, um ein persönliches Gespräch. Sie wurde (trotz Empfehlung durch einen Jesuiten) genauso abgewimmelt wie jene, die seit Jahren auf die Mißstände beim Weltbild-Verlag hinwiesen.

Da gibt es noch ein paar andere seltsame “Zufälle”. Interessanterweise kommt der große Skandal kurz nach dem Besuch des Papstes in Deutschland. Will hier etwa jemand die Bemühungen des Kirchenoberhaupts konterkarieren? Gab es einen Grund dafür, dass man jahrelang nicht auf die diskreten Hinweise reagierte? Wollte man die Veröffentlichung auf diese Weise provozieren? Nicht zu vergessen, dass das Fernsehen auf zwei Kanälen die Familiengeschichte des berüchtigten Borgia-Papstes ausstrahlte, der keine Todsünde ausgelassen habe (was wahrscheinlich auch stimmt). Und für all diejenigen, die hofften, dass dies der Vergangenheit angehören möge, kam nun nach halbwegs überstandenem Missbrauchsskandal die “Weltbildkrise”, wie im Internet getitelt wurde. Reiner Zufall oder doch eher exaktes Timing? Merkwürdig auch: die ersten Vorwürfe gegen Weltbild setzten 2008 ein. Die Bischöfe reagierten kaum oder gar nicht, wie auf Verabredung. Dafür wurde Langendörfer mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Wir können nicht leugnen: Es passt alles erschreckend gut zusammen. Indes wird es wohl noch eine Zeitlang dauern, bis wir herausfinden, was hier wirklich gespielt wird. Bis dahin dürfen wir uns fragen, was schmeichelhafter für die “Herren” ist: als habgierige Dummköpfe zu gelten, die überhaupt nichts verstehen – oder aber als Überzeugungstäter, die die Christen bewusst ihren Schergen ausliefern.

SEX, GELD UND VERKOMMENE “WÜRDEN“TRÄGER: DAS ALTE PROBLEM DER KIRCHE

Einer Anekdote zufolge sagte einmal Napoleon in einem Anflug von Größenwahn zu einem Bischof: “Ich werde die Kirche vernichten.” Worauf dieser trocken entgegnete: “Majestät, das versuchen wir schon seit 1800 Jahren. Bisher vergeblich.”
In der Tat hat die katholische Kirche schon einiges erlebt, das jede normale Firma innerhalb weniger Jahre in den Ruin getrieben hätte. Es fing mit Judas an, der Jesus bezeichnenderweise aus Habgier verriet, und setzte sich fort über eine lange Reihe lasterhafter, macht- und geldgieriger, charakterlich verkommener, ja sogar krimineller Funktionäre, die sich mehr als Wölfe denn als Hirten zeigten.

Nun scheinen die Zeiten der Dekadenz wiederzukommen, in denen klerikale Sexgeilheit und Habgier regierten und die Kassen der Päpste von Avignon mit schmutzigem Geld aus der Prostitution gefüllt wurden, während genau die Herren, die sich mit ihren Huren in den Betten verlustierten, ein Loblied auf den Zölibat sangen (und sich von verheirateten Priestern, die als pflichtbewusste Ehemänner und Väter ihre Familien ernährten, den “Hurenzins” bezahlen ließen). Berühmt wurde der Ausspruch der heiligen Katharina von Siena, der großen Mahnerin der Päpste: “Eure Sünden stinken bis zu mir nach Siena!”

DAS ANSEHEN DES CHRISTENTUMS BLEIBT UNWIDERRUFLICH BESCHÄDIGT

Der Tatbestand allerdings ist der gleiche: Verrat an der Lehre Jesu, die in den Schmutz gezogen wird, Verrat an seiner Kirche, Verrat an den Christen. Haben die Muslime nicht recht, wenn sie die Christen als Schweine verachten? Und gerade die ständig von Keuschheit und Enthaltsamkeit schwärmenden Katholiken, die die Geilsten von allen sind, lässt man ihnen nur einmal die Zügel locker (wie mir übrigens ausgerechnet ein Jesuit mitteilte).
Wer kann es den Feinden des Christentums noch übel nehmen, wenn sie sich ins Fäustchen lachen?

DIE BISCHÖFE ERLEDIGEN DIE ARBEIT DER CHRISTENVERFOLGER

Sind sich die Bischöfe nicht im klaren darüber, dass sie die Arbeit der Christenverfolger erledigen? Denn mit dem äußeren Erscheinungsbild der Kirche steht und fällt das gesamte Christentum. Und wer hat noch Lust, sich für einen derartigen Saustall einzusetzen oder gar als Märtyrer sein Leben zu lassen?
Genau das ist der Geheimtip der modernen Christenverfolger: produziere keine Märtyrer mehr, sondern lasse die Christen sich selbst in Schimpf und Schande ausrotten. Man hat schließlich aus der Geschichte gelernt. Denn nie war die Kirche so erfolgreich wie in der Zeit der Verfolgung, gestärkt vom Blut der Märtyrer. Man denke etwa an das Priester-Konzentrationslager Dachau, in dem so viele Geistliche von den Nazis gefoltert und ermordet wurden, weil sie im Gegensatz zu den Popanzen unserer Zeit ihre Aufgaben als Hirten wahrnahmen. Heute dagegen jagt man im violetten und roten Röckchen einer Karriere nach, die nach Möglichkeit zu der weißen Soutane des Papstes führen soll. Auf Plüsch gebettet und gemästet bewegt man sich allenfalls, um sich in sündhaft teuren Limousinen zu Staatsempfängen kutschieren zu lassen, wo man vor den Reichen und Mächtigen herumkriecht und gemeinsam mit ihnen auf die “kleinen Leute” herabschaut, die alle Jahre wieder als Wahlvieh und Kirchensteuerzahler bereitstehen.

DAS GELD IST WICHTIGER ALS DIE MENSCHEN

Ach ja, die Kirchensteuer! Wir erinnern uns noch alle des bitteren Wehklagens des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, als nach den Missbrauchsfällen die Zahl der Kirchenaustritte publik wurde: bedeutete dies doch schließlich empfindliche Einbußen an Kirchensteuer. Die Zahl jener Menschen, die ohne Seelsorge bleiben und schließlich ohne priesterlichen Beistand sterben werden ließ den Oberhirten da vergleichsweise kalt. Man kann ja auch schließlich nicht an alles denken …

JUDAS – EIN DIEB UND VERRÄTER: DIE BISCHÖFE MISSBRAUCHEN DIE KIRCHE

Aber wir leben nun einmal in modernen Zeiten. Wer erfolgreich sein will, der muß Bilanzen vorweisen können. Und damit die stimmen und die Leute eifrig zahlen, erzählt man ihnen halt etwas von Liebe und Toleranz und Frieden – das fördert die Freigiebigkeit, weil die Menschen dankbar sind für die Illusion von einer heilen Welt. Schon Judas konnte rechnen. Als Maria Magdalena Jesus mit kostbarem Öl salbte, zischelte der künftige Verräter im Hintergrund: “Schade um das Öl. Man hätte es verkaufen und den Erlös den Armen geben können.” Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, bemerkte dazu trocken und mit einer für ihn seltenen Härte: “Das sagte er nicht, weil er ein Freund der Armen war. Er war habgierig und ein Dieb.” Judas hatte nämlich die Angewohnheit, in die Gemeinschaftskasse zu greifen, was wir heute als Kirchenkasse bezeichnen würden. Damit ist das allzu intensive Interesse der Kleriker am Geld gebrandmarkt: es ist der typische Charakterzug eines Diebes, der das Geld zu seinem Gott macht – und dafür Gott verrät.
Auch Jesus geißelte in sehr unmissverständlichen Worten die Geldgier der Pharisäer, die ihre geheuchelte Frömmigkeit einsetzen, um an das Geld der kleinen Leute zu kommen.

Der moderne Katholik hat gelernt, möglichst tief zu stapeln, wenn er Ansprüche an jene stellt, die unsere Hirten und weisen Anführer auf dem Weg zu Gott sein sollen: Ansprüche an Intelligenz, theologischem Mindestwissen, Glauben oder auch nur menschlichem Anstand …

Er hat sich kurz gesagt daran gewöhnt, die klerikale Führungsschicht als einen Hort intellektueller und charakterlicher Unzulänglichkeit zu sehen. Ist also die Bischofskonferenz nicht mehr als ein Käfig voller Narren? Keineswegs! Die Herren wissen, was sie tun – und vor allem, warum sie es tun. Es ist exakt der gleiche Grund, der Judas dazu trieb, Jesus seinen Mördern auszuliefern: die Gier. Wobei es heute um weitaus mehr geht als nur um 30 Silberlinge; zumindest in diesem Punkt sind die Herren anspruchsvoller geworden.

Viele Katholiken haben sich entschlossen, das kirchliche Bodenpersonal in beiderseitigem Interesse schlicht zu ignorieren und sich irgendwie selbst ohne geistliche Vorbilder zu Gott durchzuwursteln. Währenddessen kochen die “Seelsorger” ihr eigenes Karrieresüppchen und sind dankbar, wenn man sie nicht weiter mit dem behelligt, was eigentlich ihre Aufgabe ist und wofür sie über die Kirchensteuer bezahlt werden.

Eines muss man den Bischöfen lassen: sie sind gute Geschäftsleute. Die verkaufen wirklich alles.

Sogar ihre Seele.