Die Klientel der AfD

IV Die Klientel der AfD ist nicht das Volk, sondern das Netzwerk des Geldes und der Macht

Wenn man wissen will, wer hinter jemandem steht, muss man sich ansehen, wo er herkommt- und von wem er gefördert wird.

Die Gründungsmitglieder der AfD sind ausschließlich Personen, die nie etwas Anderes erlebt haben als Karriere, Reichtum und Wohlergehen. Leute, die nie für etwas anderes bestimmt waren als für eine Laufbahn mit dem Segen ihrer Mentoren. Gefördert von Stiftungen und sonstigen Netzwerken, die sich ihrer Loyalität sicher sein konnten, wurden sie zuverlässig mit wohldotierten Positionen und Aufträgen versorgt.

So ist Gründungsmitglied Alexander Gauland Diplomat, Politiker und Publizist. Doch nicht nur das: die Rotarier feiern ihn im Internet ganz offen als Autor ihres Magazins.

AfD-Chef Bernd Lucke machte Karriere als Universitätsprofessor  und bei der Weltbank. Bereits 1991 war der 1962 geborene Strahlemann Leitungsreferent beim Senator für Finanzen des Landes Berlin Elmar Pieroth (CDU).

Konrad Adam, Mitbegründer und Parteisprecher der AfD, machte seine Karriere bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Welt. Gerade die FAZ ist dafür bekannt, dass sie nur als absolut zuverlässig ausgewiesene Leute, die ihnen über Netzwerke empfohlen werden, an ihre Positionen heranlässt. Die FAZ ist ein geschlossener Zirkel wie eine Loge. Mit diesem Hintergrund war es dann auch ein Leichtes, Chefkorrespondent der Welt in Berlin zu werden.

Frauke Petry wurde nach ihrem Abitur 1995 von der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert. Auf diese Weise ist sie mit Lucke verbunden, der, selbst Stipendiat der Volkswagen-Stiftung, seit 2003 als Vertrauensdozent der Studienstiftung  des Deutschen Volkes fungiert.

Besonders bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes zeigt sich, dass die Auslese nach bestem Diktatorenvorbild bereits in der Schule beginnt. Denn  die Stiftung ist erst seit 2010 -zumindest offiziell- etwas demokratischer geworden, indem sie die Selbstbewerbung zuließ. Bis dahin gab es nämlich ausschließlich die Aufnahme aufgrund von Vorschlag, sprich: Empfehlung durch Schule, Professor, Prüfungsamt und benachbarte Stiftungen. In diversen Selektionsprozeduren, darunter ein dreitägiges Auswahlseminar mit Einzelgesprächen und Gruppendiskussionen, wird sichergestellt, dass sich der Stipendiat hundertprozentig in die Masse der anderen Stipendiaten einfügt, dass er also “förderungswürdig” ist. Wer als “unwürdig” befunden wird, bekommt kein Geld und keine Förderung. Damit erfüllt die Organisation sämtliche Kriterien einer Loge.
Die Vertrauensdozenten sind offiziell dazu da, die Studenten “ideell” zu unterstützen. Angebrachter wäre wohl der Begriff “ideologisch”. Denn tatsächlich dürfte ihre Aufgabe darin bestehen, sich im Auftrag der Stiftung das Vertrauen des Stipendiaten zu erschleichen, um seine Loyalität zu kontrollieren. Das Wort „Stiftung“ soll für Qualität, ja sogar Exzellenz oder „Elite“ stehen. In Wirklichkeit steht es für Gleichschaltung.

Bei soviel Zuverlässigkeit ist dann auch nicht weiter überraschend, dass Petry 2011 den Sächsischen Gründerinnenpreis und 2012 für ihre Forschung und Entwicklungen die Verdienstmedaille des Bundesverdienstkreuzes erhielt.

Tatsache ist: Mit dem sogenannten „Volk“, um dessen Wählerstimmen sich die AfD zurzeit bemüht, würde sich zumindest ihre Führung niemals einlassen. Den Otto Normalverdiener würden diese Vertreter einer gleichgeschalteten „Elite“ nicht einmal mit dem verlängerten Rückgrat anschauen.

Wer steht also nun hinter der AfD? Vieles spricht dafür, dass es die oben bereits genannten Logen und Serviceclubs sind. Ihre Vertreter sind in den Führungsriegen der Banken, der großen Unternehmen, der Politik, der Medien, der Kunst und aller sonstigen Gesellschaftsbereiche vertreten. Sie gehorchen dem Gleichschaltungsprinzip, wie es bereits von den Nazis umgesetzt wurde. Sich selbst verstehen sie  als “Herrenmenschen”. Die Außenstehenden sind die “Profanen”, die dummen Unwissenden, die erst zu Sklaven erniedrigt und dann nach Verlust sämtlicher Rechte getötet werden.

Derjenige, der, vornehm ausgedrückt, “an der Wertschöpfung beteiligt” ist, gehört zur Klientel der AfD. Und der darf auch wählen. Auf gut deutsch gesagt: jeder, der Knete, Kohle und Mäuse macht. Egal wie.
So kommt es, dass der Zuhälter, der Drogen- und Waffenhändler, der Mafioso und Internetkriminelle größere Rechte hat als der Rentner, der ein Leben lang für einen Hungerlohn geschuftet hat und nun seine wohlverdiente Altersruhe genießen möchte. Mehr Rechte auch als der arbeitslose Arbeiter, der Ingenieur oder die alleinerziehende Mutter, die auf die Straße gesetzt wurden, weil die Politiker das Land in den Bankrott geritten haben. Oder auch einfach, weil schwerreiche Großunternehmer noch reicher werden wollen.

Das ist die “soziale Gerechtigkeit” der AfD.

 

V Die Folgen

Es besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich der von der AfD vielbeschworene “soziale Bodensatz” empören könnte. Dabei werden sich Gruppen verbünden, die ursprünglich kaum Berührungspunkte aufwiesen. Ein besonderes Potential wird dabei von jenen Intellektuellen ausgehen, die im akademischen Proletariat gelandet sind und sich als geistige Führer profilieren. Sie könnten  strategische Allianzen mit anderen Randgruppen wie gewaltbereiten Migranten und zum Terror neigenden Benachteiligten eingehen. Es wird nur einen Funken brauchen, der das Pulverfass zur Explosion bringt. Solche schwachsinnigen Gruppen wie “Anonymous” oder “Occupy” sind allerdings unter der Rubrik “von oben gelenkter Pseudo-Widerstand” einzuordnen.

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