Kirchenkrise

WAS MIR AN UNSERER KIRCHE NICHT GEFÄLLT – UND WARUM SIE NICHT MEHR CHRISTLICH IST

 

Was gefällt mir an unserer Kirche nicht? Nun, es ist eine Menge, ich kann nicht alles aufzählen. Da ist zunächst einmal die Liebe zur Lüge, zu der ich auch den Selbstbetrug rechne. Diese Sucht geradezu, sich nach dem Vorbild der drei blöden Äffchen Augen, Ohren und Mund zu verschließen in panischer Angst davor, die Realität wahrzunehmen und sie beim Namen zu nennen. Und die ist nun mal: das Christentum in der heutigen Form bietet den Menschen keine Antworten mehr, keinen Trost und kein Verständnis. Was wir bieten, ist Show, Clownerie und Kasperletheater. Mit lautstarkem Jahrmarktsgetue versuchen wir die Realität “wegzuspaßen”. Dabei würde das Heilige nur stören. Folglich wird rasch die Würde des sakralen Raums vergessen, ebenso wie Gott. Wir haben das Gefühl dafür verloren, weil wir es nicht mehr gebrauchen konnten. In Wirklichkeit aber haben wir klammheimlich und fast unbemerkt den Glauben verloren.

DAS CHRISTENTUM IST ZU EINER SPAßIDEOLOGIE VERKOMMEN – und wehe dem, der dabei stört, indem er das verlogene Theater infragestellt! Der Leib des Herrn wird ausgeteilt und empfangen wie Brötchen. Und da wir den Glauben verloren haben und mithin leere, misstönende Gefäße sind, nehmen wir die Ersatzreligion des Fußballs gerne an. Unsere Heiligen, nein, unsere Götter sind ein paar übermäßig bezahlte Fußballhelden, vor denen selbst Gott weichen muss. Die geweihten Glocken, die viele Gemeinden aus Feigheit nicht einmal mehr in der Silvesternacht oder auch nur zur Wandlung läuten, werden missbraucht, um den WM-Sieg ins Land hinauszugrölen – allein in unserer Gemeinde zweimal 15 Minuten (einmal, als das Spiel gewonnen war, das zweite Mal, als der Pokal verliehen wurde). Dafür stiehlt sich dann die Fronleichnamsprozession verschämt durch die Gassen, um bloß niemanden zu “belästigen”.

DA WIRD EIN FUßBALLGOTTESDIENST IN EINER GEMEINDE VERANSTALTET, in dem der ohne Zweifel wohlmeinende Pfarrer -sagen wir es deutlich- als Clown in Trikot mit Trillerpfeife auftritt, über Jesus und seine Elf redet und Fußbälle ins Publikum wirft oder werfen lässt. Ich kann das Bemühen verstehen, die Jugend “abzuholen”, ich verstehe, dass man sich freut, singt, tanzt und lacht – aber man tut den Menschen keinen Gefallen, wenn man ihnen das Heilige nimmt.

DIE LITURGISCHE HANDLUNG IST GOTT VORBEHALTEN, sie dient nicht der Eitelkeit irgendwelcher Veranstalter. Ich weiß, dass mich hier kaum jemand  verstehen wird, wenn ich von einer “Entweihung” und “Entheiligung” spreche, weil das Gefühl dafür verlorengegangen ist. In der Liturgie begegnet der Mensch der allmächtigen und allumfassenden Existenz Gottes, vor der sich selbst die Cherubim und Seraphim verneigen. Wenn ich das entheilige, verhindere ich diese Begegnung. Die Liturgie war immer dazu gedacht, einerseits Gott die Ehre zu erweisen, andererseits dem Menschen die Vorstellung von der Herrlichkeit des Himmels zu geben, so dass sich sein Herz dem göttlichen Wesen öffnen kann. Man hatte einen Hochaltar, an dem der Priester an der Spitze des Volkes Gott anbetete.
Dazu müsste man allerdings willens und imstande sein, zu begreifen, was göttliche Wesenheit bedeutet. Dies alles war nicht umsonst außer der Zerstörung der Liturgie das Erste, was ein von antichristlichen Kräften dominiertes Konzil beseitigte. Die Feinde Gottes und der Menschen haben beste Arbeit geleistet.

WIR HÄTTEN DIESE MIßSTÄNDE NICHT, WENN DIE OBERHIRTEN IHRER PFLICHT UND SCHULDIGKEIT NACHKÄMEN. Doch für sie sind sowohl die Gläubigen als auch Gott nur störender  Ballast. Ich spreche Euch an, Ihr Bischöfe, Ihr Kardinäle, bis hinauf zum Papst, der sich nicht entblödet, sich eine Clownsnase aufzusetzen. Darf man ihn deswegen als den Obernarren bezeichnen, der nicht nur sich selbst, sondern auch sein Amt entwürdigt? Wie ist es um seine zur Schau getragene Armut und Bescheidenheit bestellt, wenn seine Entourage regelmäßig dafür sorgt, dass rechtzeitig vor seinen “spontanen” Wohltaten die Presse informiert wird?
IHR OBERHIRTEN VERDIENT DIE BEZEICHNUNG “HIRTEN” NICHT, denn Ihr seid Mietlinge, wie Jesus selbst sie beschrieben hat. Ihr habt Eure Schafe an die Wölfe verraten, jedoch nicht aus Angst, sondern aus Machtgier und Karrieresucht. Ihr habt die Menschen im Stich gelassen und Gott preisgegeben. Zahllose Suchende finden Gott nicht mehr, weil Ihr Euch dazwischengestellt habt.  Statt die Menschen zu Gott hinzuführen, wie es Eure Pflicht und Schuldigkeit ist, haltet Ihr sie von ihm fern. Und warum? Ahnt Ihr es nicht? Weil die Menschen das Christentum und Gott selbst mit Euch identifizieren – und sich voller Ekel und Peinlichkeit abwenden.

DIE KIRCHE ALS DEN MYSTISCHEN LEIB CHRISTI LIEFERT IHR EINER ERNEUTEN KREUZIGUNG AUS und seid damit nicht besser als Judas. Dreißig Silberlinge! Wieviel ist eine Seele wert, abgewogen gegen Eure Karriere? Ihr habt die Liturgie zerstört, die Gotteshäuser entheiligt, und statt die Kirche zu verwalten, habt Ihr sie ausverkauft wie Tempelhändler, die zuletzt auch noch den Tempel verscherbeln. Von Gott seid ihr abgefallen und habt Euch mit Logen und Geheimdiensten eingelassen.

ZU RECHT SAGEN DIE MENSCHEN, DASS IHR WASSER PREDIGT UND WEIN TRINKT. Heuchelei, Falschheit und Verlogenheit sind Eure “Tugenden“, Euer ganzer “Glaubenseifer” besteht darin, einander argwöhnisch zu beäugen, dass ja nicht einer mehr hat als der andere, und für den Fall, dass Ihr einen der Euren ans Messer liefern müsst, weil er Euch in die Quere gekommen ist, führt Ihr geheime Dossiers, in denen Ihr genüsslich seine Laster verzeichnet habt. Oh, ja, die Laster! Da sind wir beim Thema Keuschheit. Ihr jubelt den Zölibat hoch, weil der Priester so angeblich Christus und den Menschen besser dienen könne und Ihr die “Fleischeslust” bekämpfen wollt. In Wirklichkeit steht Euch nichts ferner als die Keuschheit. Durch ein für viele untragbares Gesetz fördert Ihr heimliche Ausschweifungen und Abtreibungen unerwünschter Kinder, treibt Menschen in Verzweiflung und drängt ganze Familien in ein Ghetto ab.

DEN HOMOSEXUELLEN, DIE SICH BEMÜHEN, irgendwie mit ihrer Veranlagung zurechtzukommen, einem Partner die Treue zu halten und in Ruhe und Anstand zu leben, redet Ihr ein schlechtes Gewissen ein, während Ihr selbst ganze Netzwerke befehligt. All die Laster, die ihr angeblich ablehnt, leben viele von Euch selbst, bis hin zur Prostitution, die Ihr nicht nur genießt, sondern sogar ausübt, um an die begehrten Posten zu kommen. In Euren Kreisen hat ein Heiliger weniger Chancen als je zuvor in der Kirchengeschichte.

IHR WOLLT VON DEN GLÄUBIGEN, die Euch auf Mißstände hinweisen, nicht belästigt werden? Das Schiff ist am Sinken, aber der Kapitän will nicht beim Feiern gestört werden? Gut! Eines Tages werdet Ihr vor einem Höheren Rechenschaft für all die Seelen ablegen müssen, die Ihr verloren habt. Und dann wird Euch kein Privatsekretär zur Seite stehen, der den Fragenden abwimmelt.

ALLES, WAS JESUS ÜBER DIE SCHRIFTGELEHRTEN UND PHARISÄER GESAGT HAT, trifft auf Euch zu. Ihr wollt von den Menschen geehrt werden? Welchen Anspruch habt Ihr auf eine Ehre, die Ihr selbst Gott verweigert?

15.07.2014

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