Solidarität!

Kann der Westen diese Vorgänge noch verantworten?

Gepostet im Politikforum von Xing, 06.05.2014, 21:23 Uhr. Der von mir eröffnete Thread wurde sofort geschlossen. Ich sollte den Beitrag unter einem anderen Thread veröffentlichen mit dem Titel: „Solidarität mit dem ukrainischen Volk im Kampf um Freiheit und Demokratie !“

Ich muss sagen, ich erschrecke immer wieder über die Unmenschlichkeit, deren sich die von den Medien aufgehetzte Masse befleißigt (dieses Wort gibt den Sachverhalt in der Tat am besten wieder). Aus diesem Grunde habe mich entschlossen, diesen Thread zu eröffnen.

Es geht um die Frage, ob es nicht eine unheilige Allianz ist, zu der sich der Westen hier zusammenfindet. Ist es nicht eher eine Kumpanei im Bösen? Ist es wirklich nicht wahr, dass der Westen den Umsturz und die daraus folgende Destabilisierung der Ukraine zu verantworten hat? Und für uns alle eine erneute Rezession mit allen dazu gehörenden Konsequenzen? Vielleicht sogar akute (Welt)kriegsgefahr?

Haben unsere Politiker Blut an den Händen? Werden wir sie vielleicht eines Tages als Kriegsverbrecher auf der Anklagebank wiedersehen? Werden ganze Völker zu Mittätern?

Hier wende ich mich auch an einige Diskutanten hier im Forum, die die prorussischen Kämpfer gerne als „Verbrecherpack“ u.ä. diffamieren.

Ich warte auf Ihre Empörung angesichts der Vorgänge in Odessa und in verschiedenen anderen Städten. 40 Menschen wurden in einem Gewerkschaftsgebäude eingeschlossen und bei lebendigem Leib verbrannt oder sahen in ihrer Verzweiflung keinen anderen Ausweg, als sich in den Tod zu stürzen. Eine junge Frau von 21 Jahren, gerade in der Ausbildung zur Krankenschwester, kam zufällig des Weges und wurde einfach so von einem Panzer aus erschossen.  Wie man mir sagte, erhalten ukrainische Mörder Kopfgeld für jeden getöteten Prorussen. Es scheint was dran zu sein, denn momentan wird offenbar wahllos abgeschlachtet. Heute in den Nachrichten: eine Frau wurde auf ihrem Balkon erschossen.

Ist das alles Ihrer Meinung nach völlig okay? Aber ja, natürlich, ich vergaß: Russen darf man gemäß der von den Medien angeheizten Massenmeinung ruhig abschlachten, sind ja eh alles „Verbrecherpack“.

Aber auch die Russen haben ein Recht auf Selbstbestimmung. Russische Zivilisten kämpfen für dieses Recht, indem sie sich unbewaffnet den ukrainischen Panzern in den Weg stellen und so ihr Leben riskieren. Die Welt macht sich lustig über diese Helden -denn das sind sie- , indem sie ihnen höhnisch erklärt, sie seien nicht einmal Russen, sondern russischsprachige Ukrainer.

Ihr Recht auf Selbstbestimmung verweigert ihnen der Westen – unter Androhung von Waffengewalt. Obama entblödete sich nicht, Waffenlieferungen an die Übergangsregierung anzukündigen.

Die verheerende Rolle der USA lässt einen dunklen Teil der russischen Seele wieder erwachen: den Antisemitismus. Die Juden von Odessa ziehen es vor, die Stadt, die sie mit ihrer Kultur geprägt haben, zu verlassen. Und sie tun gut daran. Denn die Stimmung kann jederzeit explodieren. Das friedliche Zusammenleben der Völker  und Bevölkerungsgruppen wird von einem Tag auf den anderen zerstört – und das nur, weil es einigen gewinnsüchtigen Typen in den Kram passte, eine ganze Region zu destabilisieren.

Ist das wirklich unser schöner, moralischer, sauberer Westen, für den wir die Menschen in der Welt begeistern wollen?

Ich schreibe dies als Deutsche, Europäerin, Freundin Amerikas, CDU-Mitglied. Ich werde nicht vom Kreml bezahlt und bin auch keine Propaganda-Agentin.

Was Unrecht ist, muss Unrecht genannt werden dürfen.

 

 

Er musste mit 21 Jahren sterben, weil er nicht zum Mörder werden wollte

 

Tucholsky („Soldaten sind Mörder“) hatte Unrecht:

In memoriam Andrej Kiseljow. Man beachte: eine ganze Luftlandetruppe hat sich geweigert, gegen das eigene Volk Krieg zu führen. Wurde an Andrej ein Exempel statuiert? Und selbst wenn es „nur“ Selbstmord gewesen sein sollte: es zeigt, dass es Helden gibt, die lieber sterben als sich zum Mörder machen zu lassen.

http://rusvesna.su/german/1398837571