Sowjetunion 2.0

Auferstanden aus Ruinen – oder tot gestellt? Kehrt die alte Sowjetunion in neuer Form zurück?

Es ist noch nicht allzu lange her, dass der russische Präsident Vladimir Putin in vielen Menschen Hoffnungen weckte. Die Autorin dieses Beitrags nimmt sich davon keineswegs aus. Im Gegensatz zu vielen verweichlichten westlichen Politikern hatte der KGB-Offizier etwas Klares, Standhaftes, Mutiges, ja, Tapferes. Putin, der einsame Held, gegen den Rest einer dekadenten Welt, die mit sich selbst nicht zurechtkommt. Putin, der Draufgänger, der Befreier und – für offizielle russische Seiten – sogar der christushafte Erlöser. “I want a President like Putin” titelte eine Facebook-Gruppe in hysterischer Begeisterung. Damen bekundeten ihre Liebe zu dem neuen Führer und wünschten sich den Einmarsch russischer Truppen.

Putin lässt die Maske fallen

Die Warnsignale kamen rasch und immer deutlicher. Da wurde in einer Putinistengruppe schon mal dienstbeflissen gegen Juden und Christen gehetzt und ausdrückliche Sympathie für den (gewaltbereiten) Islam bekundet. Wer den unverkennbaren Antisemitismus kritisierte, flog aus der Gruppe. Der Verdacht, dass dies alles nicht nur auf die Spinnerei eines Einzelnen zurückzuführen war, sondern durchaus System hatte, stellte sich spätestens ein, als Putin eine Allianz mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan schmiedete, dem wiederum – welch´ Zufall! – allzu enge Kontakte zu der berüchtigten Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) nachgesagt werden. Der Kreml hat allen Grund, den Islam bei Laune zu halten. Nicht etwa, weil Vladimir Putin so einsam und verlassen auf seinem Posten stünde, wie man uns glauben machen will, auch nicht nur, weil der Islam in Russland seit ältesten Zeiten eine gewaltige Rolle spielt, sondern weil genau dies der alten Allianz zwischen Kommunismus und Islam entspricht. Denn nur vereint wird man das große gemeinsame Interesse durchsetzen können: die Ausmerzung des Juden- und vor allem des Christentums. Wer je erlebt hat, wie sich mittlerweile selbst Intellektuelle aus dem Iran, einem anderen islamischen Verbündeten Moskaus, über Juden und Christen auslassen, weiß, wovon hier die Rede ist.

Der Skandal, der in die Weltgeschichte eingehen wird: die Unterstützung des Westens

Die Medien

Haben wir nicht alle beobachtet, wie die westlichen Medien mit vereinten Kräften und in auffallend geschmackloser Weise über den Präsidenten und die Russen herfielen? Die Autorin, die gewissermaßen aufgrund von Familientradition russophil ist (die Mutter war Slawistin mit Kontakt zu Exilrussen), kann aufgrund eigener Erfahrung bestätigen, dass man sich mittlerweile allein durch ein ganz normales Interesse an Kultur und Sprache dieses beeindruckenden Volkes verdächtig macht.
Haben wir uns nicht alle gefragt, ob diese Medienleute den Verstand verloren hätten? Doch das Gegenteil dürfte zutreffen: sie gehorchen einem Plan zur Desinformation. Der von hervorragenden politischen Leuten ausgeheckt wurde, die die psychologische Kriegsführung beherrschen. Die ist traditionsgemäß Sache der Geheimdienste, sowohl bei den Amerikanern als auch den Sowjets oder wie es heute wieder heißt: den Russen. Mit anderen Worten: Väterchen Putin dürfte sehr genau wissen, was über ihn geschrieben wird – und es auch befürworten. Denn was schmiedet Menschen am besten zusammen? Gemeinsame Gefahr, gemeinsames Leid, gemeinsame Demütigungen. Russen müssen hungern wegen der westlichen Sanktionen, Russen werden gemeinsam mit ihren internationalen Freunden beleidigt, gedemütigt, beschimpft. Der Leser möge die Probe aufs Exempel machen und einmal in seinem Bekannten- und Freundeskreis nachfragen, wie so etwas wirkt. Stellen Sie sich eine Familie vor, deren Mitglieder sich immer wieder streiten. In dem Augenblick, wenn man sie alle zusammen wegen ihrer Familienzugehörigkeit angreift, werden sie sich zusammenschließen (es ist mehr als auffallend, dass genau die gleiche Taktik in der Behandlung der Muslime angewandt wird: in der Charlie-Hebdo-Angelegenheit etwa hatte das französische Satiremagazin eindeutig den Bogen überspannt. Auch wenn man Terroranschläge naturgemäß nicht billigen kann, konnte der denkende Mensch zumindest ein gewisses Mitgefühl für die Muslime entwickeln. Durch die darauffolgenden Angriffe seitens der Pegida und ähnliches kam es zu einem kollektiven Bedrohungsgefühl und einem Zusammenschluss der verschiedenen islamischen Richtungen. Die Taktik funktioniert, wie mir selbst von Seiten der Muslime bestätigt wurde.)

Der scheinbare Umschwung: die “Gar-nicht-mal-so-schlimm-Sowjets” und die bösen Westalliierten

Besonders deutlich wurde dieser Mechanismus, als die Medien scheinbar plötzlich und unerwartet damit einsetzten, sozusagen auf einem Nebenkriegsschauplatz zugunsten der Russen zu sprechen. Das fiel nicht so sehr auf, weil es scheinbar ausschließlich mit der Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs zu tun hatte.
Da sich zu so etwas wahrscheinlich kein seriöser Historiker hergegeben hätte, wurde eine sogenannte “außerordentliche Professorin” namens Miriam Gebhardt aufgefahren, die eigentlich als Journalistin für Frauenzeitschriften gearbeitet hatte. Eine Dame, die neckisch plaudernd und auf recht abenteuerliche Weise die Anzahl der Vergewaltigungsopfer der Roten Armee in Ostpreußen kräftig nach unten “korrigierte” und demgegenüber die Anzahl der weiblichen -und “sicher auch” männlichen- Opfer der Westalliierten nach dem gleichen Pi-mal-Daumen-Prinzip nach oben rechnete. Obwohl ihre “Forschungen” nach ihrem eigenen Eingeständnis auf mehr als wackligem Fundament stehen, werden Frau Gebhardt und ihr Büchlein von den Medien geschlossen als große Offenbarung gefeiert. Auf der Verkaufsplattform Amazon wurde ihr Buch, noch bevor es überhaupt erschienen war, schon mal vorsorglich als “Bestseller Nr. 1” klassifiziert. Leider war die Dame in ihrer grenzenlosen Eitelkeit so unvorsichtig, ein Interview zu geben, in dem sie so richtig frei von der Leber weg sprach – und eindeutige Hinweise darauf gab, dass es sich bei ihrem Elaborat um eine Auftragsarbeit handeln könnte (die Autorin dieses Beitrags hat eine Rezension geschrieben, die auf Amazon einsehbar ist).
Das Buch wurde von dem antiwestlichen Publikum und vielen anderen naiven Geistern freudig begrüßt. Eine “Wissenschaftlerin”, wo auch immer sie herkommt, muss es schließlich wissen, wenn sie von den Medien hochgefeiert wird. Schon im Vorfeld begann man, im Fernsehen zu bester Sendezeit Filme auszustrahlen, in denen edle deutsche, blonde, blauäugige Damen sich freiwillig mit charmanten Sowjetoffizieren einließen, und die Seite der Russischen Föderation präsentierte die schönsten Fotos von Paraden, Soldaten und natürlich stolzen Offizieren, zu deren Ehrenkodex es gehöre, ihr Herz nur Gott (!), dem Vaterland und einer (!) Frau zu schenken. Dass es solche tatsächlich gab, steht außer Zweifel, allerdings dürften sie zumindest im Zweiten Weltkrieg in der Minderheit gewesen sein. Im Internet wurde zugleich die Geschichte von armen Frauen in Umlauf gesetzt, die sich um der Liebe willen als “Amiliebchen” oder “Russenhure” unbeliebt machten.
Dieser zynischen Verharmlosungstaktik fehlt nur noch die Behauptung, die Vergewaltigungen  hätten den betroffenen Frauen Spaß gemacht. Ein Spaß, der, angenagelt ans Scheunentor, mit durchschossener Vagina oder mit auf sonstige Weise erlittenen Verletzungen tödlich endete.
Die Frage, die sich hier automatisch stellt, ist: soll uns eine neue Sympathie zu “den Russen” suggeriert werden, die für viele Menschen gerade ostpreußischer Herkunft, die etwa als Kinder die Vergewaltigung der eigenen Mutter miterleben mussten, kaum nachvollziehbar ist? Oder sollen wir auf etwas vorbereitet werden, das sich die liebestollen Damen aus der Putinistengruppe wünschten: die Herrschaft der neuen Sowjets?

Bundeswehr

Es dürfte selten vorkommen, dass in Erwartung kriegerischer Konflikte eine ganze Armee von den eigenen Landesherren faktisch entwaffnet wird. Bei der Bundeswehr ist dies der Fall. Wie eine Karikatur erscheinen die Berichte (unter anderem hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-bericht-des-wehrbeauftragten-zeigt-gravierende-maengel-a-1015098.html) über die Mängel, mit denen die deutsche Truppe zu kämpfen hat:

– Altersschwache Helikopter und noch ältere Flugzeuge. Nicht einsatzfähig, weil Ersatzteile “wider besseres Wissen” nicht rechtzeitig bestellt wurden.
– Fast 40 Prozent Ausfall bei den Tornado-Kampfjets.
– Nur eine Handvoll der Marine-Hubschrauber ist bei Noteinsätzen auf Hoher See einsatzfähig.
– Jahrelange Pannenserie beim Transportflugzeug 400M. Lieferung mangelhaft bis gar nicht.
– Mängel am Sturmgewehr G36, das nach einer gewissen Einsatzzeit nicht mehr präzise trifft.
– Marode Kasernen

Die Aufnahme von Frauen in die Truppe führte zu den erwarteten Problemen wie sexuelle Übergriffe und sogar Prostitution. Der Truppenmoral entspricht dem Stand der Ausrüstung. Zunehmend erweckt die Bundeswehr den Eindruck  eines schrottreifen Haufens, der niemanden mehr aufhalten wird. Es kam sogar so weit, dass man sich genötigt sah, mit einem schwarzgestrichenen Besenstiel als Gewehrersatz in eine Nato-Übung zu ziehen.
Vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass sich die Soldaten von der Politik verlassen fühlen. Ein Unteroffizier russischer Abstammung berichtete mir, dass sich ihm und seinen Kameraden im Kampfeinsatz durchaus die Frage nach dem Sinn ihres Tuns stellte, vor allem, wenn Kameraden vor ihren Augen durch Fahrlässigkeit der deutschen Vorgesetzten starben. Der besagte Soldat war übrigens ein fanatischer Putin-Anhänger, der für ihn so etwas wie ein Vater war, für den er bereit war, “alles” zu tun. Offen drohte er mir für den Fall, dass ich “sein System” gefährden sollte, mit entsprechenden Konsequenzen. Er gab ebenso offen zu, gemeinsam mit den muslimischen Kameraden bei Anlässen wie dem Volkstrauertag fromm zu spielen, weil dies nun einmal so von ihnen verlangt werde. In seinem Inneren sähe es ganz anders aus.
Diese Männer können sich weder mit dem Land, für das sie kämpfen sollen, noch mit unserer Kultur identifizieren, weil ihnen -Integration hin oder her – beides fremd ist und bleibt. Und hier kommt ein weiterer Risikofaktor ins Spiel: Soldaten mit Migrationshintergrund, zu denen auch die Deutschrussen gehören, wenden sich von Deutschland ab und der alten Heimat zu. Die Russen bilden innerhalb der Truppe eine eigene Clique mit einer eigenen Mentalität. Bisher von den Vorgesetzten durchaus geschätzt wegen ihrer im Vergleich zu den verweichlichten Deutschen besseren Kampfmoral, könnte sich genau dieser Vorteil in sein Gegenteil verkehren. Dann nämlich, wenn sich diese Kampfmoral gegen das Land richtet, in dem man sich immer noch als Fremder fühlt – und gemeinschaftlich beleidigt und gedemütigt wird.
Sollte sich hier die gleiche Allianz einstellen, die Putin mit den islamischen Ländern betreibt, und sollten die jeweiligen Länder ihre “Schläfer” mit funktionierenden Waffen versorgen, dann werden wir uns einem Feind gegenübersehen, der Deutschland im Handstreich einnehmen kann.

Die Unterstützer im Zivilbereich

Zivilisten sind harmlos – sofern sie nicht als “Schläfer” agieren, die bei Bedarf aktiviert werden.
Man sollte sich nicht einreden, dass es keine Verbindung zwischen den Zivilisten und den  Soldaten mit Migrationshintergrund gebe. Da Soldaten auch ein ziviles Leben mit entsprechenden Kontakten haben, wäre solch eine Vorstellung schlicht illusorisch. In der Euphorie von Wiedervereinigung und Perestroika hat man im Westen wirklich alles aufgenommen. Viele Stasi-Mitarbeiter wurden in Machtpositionen belassen, in denen sie ungestört ihre Netzwerke weiter betreiben konnten. An Universitäten züchteten sie die kommende Generation heran, und ließen nur jene Karriere machen, die ihnen zuarbeiteten (die Autorin spricht hier aus eigener Erfahrung).
Und auch diese hat man aufgenommen: sowjetische Offiziere. Mit Linientreue und Befehlsautorität. Mit einem nagenden Gefühl der Demütigung und der Sehnsucht nach Revanche für den vermeintlichen Tod der Sowjetunion. Männer, die zwar keinen Zutritt zur Bundeswehr haben, jedoch nichtsdestoweniger über sorgsam gehütete Kontakte verfügen… Die übrigens der Meinung sind, Deutschland brauche keine Armee. Motto: wir sind ja da. Wir – eure Großen Brüder, die schon auf euch aufpassen werden, damit ihr keine Dummheiten macht…
Da fragt sich doch der Beobachter, ob es wirklich nur ein Zufall sein kann, dass unsere Truppe praktisch kampfunfähig ist und wir faktisch überhaupt keine Armee haben…

Die Volksstimmung

Sollte es zutreffen, dass Angela Merkel in DDR-Zeiten für Agitation und Propaganda zuständig war, hätte sie dafür gesorgt, das Volk auf Linie zu trimmen. So etwas nennt man Politische Psychologie oder psychologische Kriegsführung, genau das, was wir jetzt erleben. Allein aufgrund dieser Biographie stünde sie in bemerkenswerter Nähe zum Kreml. Und damit zu Putin, der bekanntermaßen lange Zeit in Dresden lebte und dort ein KGB-Netzwerk aufbaute. Tatsache ist, dass sie nie in der Opposition aktiv war.
Sie hat in dem großen Drehbuch die Rolle des Buhmanns übernommen. Ihre seit einiger Zeit negative Ausstrahlung überträgt sich programmgemäß auf die CDU und alles Christliche.
In einer von islamischem Terror und Überfremdungsangst gepeinigten Gesellschaft, in der wirklich alles schief zu hängen scheint, angefangen vom Militär bis hin zur Wirtschaft, in der es keine Orientierungs- und Identifikationsfiguren mehr gibt außer diversen Stars und Pornosternchen, erfahren die diversen Protestbewegungen wie etwa die Montagsmärsche und Pegida-Demos, gewaltigen Zulauf. Die Kirche, selbst von schlimmsten Skandalen geplagt, hat ihre Leuchtturmfunktion aufgegeben, zieht sich freiwillig immer weiter aus dem politischen Leben zurück in jene Ecke, in der schon Hitler sie haben wollte. Sie wird zu einer Privatsache, ihre Kleriker zu zahnlosen Tigern mit Maulkorb, die sich zu Bettvorlegern degradieren lassen.
War der Ursprung der eindeutig linkslastigen Montagsdemos lange Zeit unklar, kristallisiert sich der Verursacher immer weiter heraus: es ist wohl niemand anderes als der Kreml selbst.

Sexualisierung als politische Waffe: Wie die kommenden Generationen “kastriert” werden

Mancher wird sich an den Bildungsplan Baden-Württemberg und ähnliche Genderprojekte erinnern. Kernstück war kurz gesagt die Ausbildung der kleinen Kinder zu Sexwerkzeugen, die auf frühestmögliche sexuelle Betätigung gedrillt werden.
Genau so schwächt und entwaffnet man ein Volk. Menschen, die mit nichts anderem beschäftigt sind als mit ihrer Sexualität, sind zu effizientem Widerstand oder auch nur geistiger Arbeit nicht mehr fähig. Umso wirkungsvoller ist dies, je früher damit begonnen wird. Es ist, als wollte man ein ganzes Volk vom Kindergarten an mit Drogen und Alkohol volldröhnen. Nichts ist so zerstörerisch und schwächt den Charakter und die Widerstandskraft der Menschen so sehr wie sexuelle Perversion und Verkommenheit. Sie ist die Grundlage des Verbrechens. In der Roten Armee des Zweiten Weltkriegs war die Mehrheit der Soldaten bereits zerstört durch die vom Kommunismus gepredigte freie sexuelle Verfügbarkeit des Menschen. Solche Leute eigneten sich prächtig für Massenvergewaltigungen und perverseste Morde. Ein solcher Menschenschlag, ohne den geringsten Respekt vor dem Mitmenschen, gefühl- mitleid- und skrupellos, wird durch diese “Bildungspläne” herangezüchtet.
Das Ergebnis wird eine Gesellschaft sein, wie Hitler sie sich wünschte: “eine Jugend, vor der die Welt zitterte.”
Interessant ist übrigens, dass hierzulande einer der herausragendsten Verfechter dieser Pläne die Linke ist, während die Mutterpartei in Russland solche Pläne nicht einmal ins Auge fasst, weil sie nicht durchsetzbar wären – und der Effekt in einem Volk, das sich seine Kampfbereitschaft erhalten muss, unerwünscht wäre.
Der sowjetische Offizier Lew Kopelew, der als Augenzeuge in Ostpreußen die Massenvergewaltigungen auch wegen ihres verheerenden Effekts auf die Moral von Truppe und Gesellschaft, in die die Soldaten zurückkehren würden, kritisierte, wurde genau wegen dieser Kritik mit qualvoller zehnjähriger Lagerhaft bestraft. Ebenso der Offizier Alexander Solschenizyn.

Das Tolstoi-Institut

Tolstoi – das klingt nach alter russischer Kultur auf ihrem Höhepunkt, nach der Romatnitk der Petersburger Nächte und dem Prunk des Zarenhofs, eingehüllt in den Kerzenschein orthodoxer Kirchen und den Glanz goldfunkelnder Ikonostasen. Dazu noch ein bisschen Gerede von Frieden und Verständigung – und fertig ist das russische Wintermärchen. Einfach zauberhaft. Doch leider steht diese schöne Mär mit den Füßen im Morast knallharter politischer Erwägungen.
Die Rechnung ist einfach: man muss nicht immer mit Panzern einmarschieren. Es geht auch auf die sanfte Weise. In dem Augenblick, wenn eine Mehrheit (oder zumindest eine laut genug schreiende Minderheit) der Meinung ist, dass Putin der geeignete Führer und Russland das Non-plus-Ultra sei, ist die Eroberung durchgeführt. Es sind zwei Große Brüder, zwischen denen wir uns entscheiden müssen. Wenn wir uns von Amerika abwenden, der nato “Good bye” sagen, wird uns der Warschauer Pakt mit offenen Armen empfangen. Dann sind wir Teil einer Union – der neu aufgelegten Sowjetunion. Die keineswegs christlich, sondern kommunistisch sein wird. Wobei man sich bei der schmutzigen Arbeit der Ausmerzung der Christentums auf die Tatkraft der Muslime verlassen wird.
Das neue Gebilde, in das wir “eingeladen” werden, nennt sich “Eurasische Union”. Dass diese Union von freiheitlicher Meinungsäußerung nicht das Mindeste hält, musste die Autorin selbst feststellen, als sie auf Facebook um die Aufnahme in die Community des Instituts bat. Eine Anfrage, die schlicht ignoriert wurde. Kritisch denkende Wissenschaftler kann man dort offenkundig nicht gebrauchen. Dafür sind einschlägig bekannte Hetzer wie Jürgen Elsässer Mitglied, der vor allem dadurch bekannt wurde, dass er seine Fahne nach dem jeweils wehenden Wind hängt. Elsässer, der in früheren Zeiten für islamische Interessengruppen arbeitete, gibt sich nun den Anschein des Rächers der vom Islam überfremdeten Pegida-Deutschen und bedarfsweise als Linker oder Rechter. Ebenso gehören zwei andere fragwürdige Gestalten dazu: Udo Ulfkotte und Ken Jebsen, die beide ebenso wie Elsässer ein spezielles Verhältnis zum Islam haben.
Nach Darstellung seiner Wikipedia-Biographie war Ulfkotte während seines langen Aufenthalts in islamischen Ländern zum Islam konvertiert. Jetzt bezeichnet er sich als “wiedergeborener Christ”. Es gehört offenbar zum Charakter Ulfkottes, regelmäßig als irgendetwas “wiedergeboren” zu werden, und zwar pünktlich dann, wenn davon auszugehen ist, dass die Neugeburt seinen Verkaufswert steigern könnte.
Ulfkotte betätigte sich früher als Mahner gegen den “Bürgerkrieg”, der durch eine Islamisierung Deutschlands und Europas bevorstehe. Dann vollzog er eine plötzliche Kehrtwendung, stellte sich als Opfer der CIA dar, wie von ihm verlangt habe, nach amerikanischen Vorgaben zu berichten, und distanziert sich nun von seinem umfangreichen Werk der Vergangenheit. Folgerichtig müsste Ulfkotte nun also (erneut?) auf islamischer Seite stehen, der er auch sehr effizient allein dadurch zuarbeitet, dass er deren Bild vom “amerikanisch-zionistischen Satan” bestätigt.
Ken Jebsen ist iranischer Abstammung – und wie es sich für einen Vertreter dieser Spezies gehört, zuverlässig antiamerikanisch, antisemitisch und prorussisch. Wie es mit seinem Verhältnis zum Islam aussieht, ist weniger klar. Da seine sonstigen Einstellungen dem Denkmuster iranischer Heißsporn-Muslime entsprechen, dürfte man von einer pro-islamischen Haltung ausgehen.

Eine perfekte Zusammenstellung also, die vollkommen dem russisch-iranischen Bündnis entspricht. Die drei Polit-Grazien garantieren seit Jahren die Berieselung des naiven Volkes, das ihre Worte, auch wenn sie sich widersprechen, dankbar für bare Münze nimmt.
Man fragt sich, was diese drei Herren eigentlich bei den Islamkritikern verloren haben, die ihnen so ergeben an den Lippen hängen. Denn allen diesen drei Herren ist eines gemeinsam: während einer langen Phase ihres Lebens unterstützten sie genau jene Kräfte, die die Verharmlosung des Islams und seine imperialistischen Ansprüche förderten. Vor diesem Hintergrund zeigt es sich, dass die Achse Putin – Erdogan eine vollkommen logische Fortsetzung des Kommunismus darstellt. Mit dem Ziel, das Christentum und wohl auch das Judentum (als Basis des Christentums) auszumerzen.

Das Tolstoi-Institut und seine Anhänger nutzen die Gunst der Stunde inmitten eines hysterisch brodelnden Hexenkessels, der von politischer Unzufriedenheit, sozialer Bedrängnis und berechtigter Zukunftsangst am Kochen gehalten wird. Die Mitglieder werden sorgfältig unter Verschluss gehalten, wobei die Präsidentin Tatjana Garsiya es sogar schafft, Personen, die sie nachweislich selbst in ihre Gruppe eingeladen hat, zu verleugnen.
Ein derartiges Verhalten, das scharf an der Grenze zur Unseriosität steht, ist ein eindeutiger Hinweis auf zwielichtige Vorgänge, die man offenbar so lange wie möglich unter Verschluss halten will.
Das interessante Video der ARD ist unter diesem Link zugänglich:
http://www.ardmediathek.de/tv/Zapp/Kultur-und-Propaganda-Das-Tolstoi-Insti/NDR-Fernsehen/Video?documentId=27451748&bcastId=3714742

Das Tolstoi-Institut gehört zu der von Putin und seinem Gefolge seit Jahren betriebenen Taktik: den Menschen Sand in die Augen zu streuen. Zu den ersten Schachzügen in Richtung “Wiederbelebung des Alten Russland” gehörte es, dass der Präsident Alexander Solschenizyn besuchte. Dass er sich in Kirchen mit einer Kerze in der Hand filmen ließ. Und dazu gehört es auch, die hohe Kultur Russlands wiederzubeleben. Oder einfach mit hübschen Volksliedern wie der unvermeidlichen “Kalinka” Zugang zu den Seelen der Menschen zu finden. Wer gemeinsam mit dem Feind (oder dem Zielobjekt) singt, isst und trinkt, baut eine seelische Verbindung auf, die unendlich stärker ist als drohend auffahrende Panzer. Das ist alte KGB-Taktik, um Menschen “aufzuschließen” und sie auf die eigene Seite zu ziehen. Um sie schließlich für die eigenen menschenverachtenden Ziele arbeiten zu lassen.

Auferstanden aus Ruinen – oder tot gestellt?

Totgesagte leben länger, sagt der Volksmund. Sich tot zu stellen ist in der Tierwelt nicht nur eine höchst effiziente Form der Verteidigung, sondern auch des Angriffs. Wie sich die Dinge zur Zeit darstellen, war die Sowjetunion niemals “tot”. Das “Ende” der DDR und der Fall der Mauer war nicht etwa die Kapitulation des Ostens vor dem Westen. Ich glaube, dass dem ein Deal zugrunde lag, bei dem die Welt neu aufgeteilt wurde. Mittlerweile ist das von Obama regierte Amerika auf dem besten Weg, fast ebenso christenfeindlich zu werden wie der kommunistische Teil der Welt, mit dem man sich angeblich in einem Kalten Krieg befindet. Es scheint nahezuliegen, dass man in beiden Teilen der Welt das Christentum ausrotten will, um eine neue künstlich geschaffene Religion aufzubauen. Und dass man sich schlicht die Arbeit teilt. Der Antiamerikanismus ist längst obsolet, aber er verschafft den Menschen ein Feindbild, an dem sie sich orientieren können. Es ruft bekannte Denkmuster zurück, die den Menschen das lästige Umdenken ersparen. Sie brauchen einfach nur zu den Konzeptionen des Kalten Krieges zurückzukehren. Das Volk wird betrogen und ausgenutzt. Alles wird getan, um möglichen Widerstand von vornherein zu verhindern. Ich fürchte, das ist alles. Und in diesem Fall wäre ich froh, wenn ich mich irrte.

 

09.05.2015  22:00