Ukrainekrise II

Ziemlich beste Freunde? Stecken Merkel, Obama und Putin unter einer Decke – und das Volk in der Psychofalle?

 

Stand: 25.04.2014 20:53

Es gibt zwei Optionen: entweder ist Putin wirklich bekehrt. Dann wird er als Christ verfolgt. Oder: Er spielt eine Rolle, die mit den Westmächten abgesprochen ist. Da ich selbst Putin -wenn auch vorsichtig und mit der gebotenen Skepsis- unterstützt habe, hoffe ich, mit den in der nachfolgenden Untersuchung geschilderten Szenarien falsch zu liegen.

Doch leider verdichten sich Hinweise, dass die Krise zwischen Russland und dem Westen nichts anderes als ein zynisches Theaterstück sein könnte, in dem die Akteure Merkel, Obama, Putin und ihre Verbündeten miteinander abgestimmte Rollen spielen. Ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass über eine Neuaufteilung geographischer Machtbereiche und wirtschaftlicher Einflußsphären die Umgestaltung der Welt mit einer neuen Gesellschaftsordnung und Religion angestrebt wird? Handelt es sich bei dem, was uns als Krise oder “Kalter Krieg” verkauft wird, in Wirklichkeit um einen gemeinsamen Deal? Gehört es zu den Kernpunkten dieses Deals, das europäische Hegemoniestreben Russlands zu berücksichtigen?

Sehen wir uns die Situation etwas genauer an.
Es gibt zwei Hauptszenarien:

1. Das friedliche Szenario
2. Das Weltkriegsszenario

und 3. Eine Mischung aus beiden: Die Krise wird bis an den Rand eines Weltkriegs verschärft. Dann, buchstäblich im letzten Augenblick, lässt man sich zu Verhandlungen herab und präsentiert den Völkern eine neue Weltordnung, die fürderhin den Frieden gewährleisten soll.

Welches Interesse sollte Putin an einem Krieg haben? Das gleiche wie alle Beteiligten: eine Steigerung seiner Macht und seines Wohlstands. Zunächst einmal wären da die angenehmen “Nebeneffekte” des Krieges: er führt unausweichlich zu einer Dezimierung der Menschheit und löst damit zahlreiche soziale und wirtschaftliche Probleme. So kostete der erste Weltkrieg etwa 17 Millionen Menschen das Leben, der zweite 60 bis 70 Millionen. Zynisch ausgedrückt: so etwas lohnt sich. In einer Zeit, die sich von Überbevölkerung, Wasser- und Hungersnot bedroht sieht, ein durchaus diskussionsfähige Alternative.
Außerdem kommt es in Kriegszeiten zu einem Zusammenschluss des Volkes hinter dem jeweiligen Führer, eine typische Überlebenstaktik. Dies funktioniert jedoch nur solange, wie der Führer seine Stärke und Überlegenheit glaubhaft demonstrieren kann. Offenbart er auch nur das geringste Zeichen von Schwäche, kann der Effekt in sein Gegenteil umschlagen. Dann entsteht ein Machtvakuum, dass in den Sturz des Führers münden kann.

Schließlich lassen sich aus dem unvermeidlichen Wiederaufbau interessante monetäre Gewinne ableiten.

Aber dann ist da noch der oben angesprochene Deal: ein Machtzuwachs durch eine Neuorganisation der globalen Kräfteverhältnisse.

 

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