… und die Russen machen Party – Die missglückte OSZE-Mission als nationale Blamage

Die “Einladung” der Ukraine ändert nichts an der Tatsache, dass sich die angeblichen OSZE-Beobachter mit Spionageauftrag im Land befanden. Denn Gegenstand ihrer “Beobachtungen” war definitiv nicht das ukrainische Militär, sondern das russische. Um der Angelegenheit eine gewisse Legitimität zu verleihen, hätte eine Einladung auch von russischer Seite ausgehen müssen. Dies war jedoch nicht der Fall. Erschwerend kommt hinzu, dass in den Medien zunächst von OSZE-Beobachtern “im weitesten Sinne” gesprochen wurde, womit sich die Organisation faktisch von den Soldaten distanzierte, die erst im Nachhinein als OSZE-Beobachter deklariert wurden. Wobei selbst noch am 29.4.2014 nachgeschoben wird, dass sie “nicht zur eigentlichen OSZE-Mission gehören“ (faz.net: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/osze-beobachter-in-der-ukraine-keine-spione-12914574.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2)

Die Männer waren im Land, um in einer quasi-kriegerischen Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien militärische Ausrüstung und Aktivitäten des gemeinsamen Feindes auszukundschaften. Damit ist der Tatbestand der Spionage erfüllt. Es ist kein Wunder, dass ein solch unprofessionelles Vorgehen mehr Belustigung als Verärgerung bei den Russen hervorruft.

Die scheinen sich übrigens sehr anständig gegenüber den “Geiseln” zu verhalten. Für ihren guten Willen spricht auch, dass sie den Diabetiker freigelassen haben. Der Einsatz eines Befreiungskommandos à la GSG9 oder KSK, wie von einigen angedacht, ist daher entschieden abzulehnen, zumal er eine kriegerische Eskalation provozieren könnte.

Es wäre nun für Europa und besonders Deutschland besser, besonnen zu verhandeln und von solchen Möchte-gern-James-Bond-Abenteuern künftig die Finger zu lassen. Würdelos herumzujammern und auf die “bösen Russen” einzudreschen, macht die Sache nur noch peinlicher. Denn die Party mit Herrn Schröder signalisiert vor allem eines: die Russen machen sich hemmungslos lustig über die europäischen Dilettanten.

Und das kann man sogar verstehen.

Stand: 30.04.2014